SGV

Mit der Wandergruppe die Natur erleben

Foto: WAZ FotoPool

„Nur wer sich auf den Weg macht, wird neues Land entdecken“ - den Spruch von Hugo von Hoffmannsthal haben die Wanderfreunde des Sauerländischen Gebirgsvereins, Abteilung Castrop-Rauxel, ganz dick in ihrem Wanderbüchlein unterstrichen. Ja, sie leben ihn. Seit gestern nun liegt der aktuelle Wanderplan fürs zweite Halbjahr 2013 druckfrisch vor. Auf 60 Seiten gibt es jede Menge Tipps, ausgearbeitete Wanderrouten und viele farbige Fotos, die das ereignisreiche Wanderleben, das vor allem auf der Gemeinschaft beruht, zeigen.

Wandern ist auch Kommunikation

Dabei ist das klassische Schema der Wanderungen gleich geblieben. Dienstags geht’s mit der Nordic Walking Gruppe durchs Grutholz, mittwochs starten die beliebten Halbtagswanderungen auf einer Distanz von etwa acht Kilometern. Sie enden immer mit einer Einkehr in einer Restauration. Dort, weiß der erste Vorsitzende der SGV-Abteilung Castrop-Rauxel, Manfred Pietschmann, „warten dann häufig schon ältere Wanderfreunde, ehemalige Aktive, die zwar nicht mehr mitlaufen, aber die Gemeinschaft schätzen und sich mit uns unterhalten wollen“.

Und genau das weist schon auf einen der Grundgedanken des Wanderns hin, bei dem es nicht nur ums Erklimmen von Hügeln oder Abreißen von Streckendistanzen geht. „Nein“, sagt Pietschmann, „wandern ist auch Kommunikation. Wenn man mit zehn Leuten unterwegs ist, dann redet man auch mit neun. Und jeder hat ein anderes Thema im Angebot. Das ist doch toll.“ Für ihn steht fest, dass das Wandern die Fröhlichkeit erhöht, ja, es soll sogar vor Demenz schützen.

Natürlich wird auch der geübte Wanderer gefordert. Für ihn gibt es Ganztags-Touren am Freitag, Samstag oder Sonntag. Da kommen dann schon 16 bis 18 Kilometer zusammen. Das Sauer- oder Siegerland oder die Haard stehen dann auf dem Plan. Beliebt sind auch „die großen Bestecke“. Also die Dreitagestouren, die diesmal u.a. auf den Jakobsweg von Corvey bis Bad Driburg führen oder auf den Eifelsteig.

Ein Highlight ist auch die Radwanderwoche auf dem Hase-Emsweg. Und auch die Kegelfreunde kommen nicht zu kurz, so wird an einigen Montagen immer wieder gerne ein ruhige Kugel geschoben.

Mit 204 Mitgliedern ist die Zahl in den letzten Jahren stabil geblieben. Wobei Pietschmann durchaus ein Problem beim Vereinswesen sieht. „Es ist wohl ein Zeichen der Zeit, die Vereine haben es schwer und zwar gerade bei den jungen Leuten.“ Die, so seine Erfahrung, wandern eben lieber im Familienverbund. „Die Bindung an Vereine ist eben etwas verloren gegangen.“ Zulauf gibt's allerdings an anderer Stelle. „Kurz bevor sie in Pension gehen, kommen sie zu uns“, stellt Pietschmann fest. Und bei den Frauen sind es die, die ihren Mann verloren haben und sich beim SGV melden. „Die finden bei uns Gemeinschaft und Gemeinsamkeit.“

Hier einige ausgewählte Wanderungen und Aktivitäten des Sauerländischen Gebirgsvereins Abteilung Castrop-Rauxel aus dem Programm für das zweite Halbjahr:

Eine Tageswanderung führt am 16. Oktober von Wulfen nach Rhade. „Zickenalarm“ ist sie getitelt, weil eine Ziegenkäserei mit anschließender Beköstigung ansteht. Auch der 10. Dezember wird ein spannender Tag. Dann geht’s vom Maritimo durch die Haard bis zum Yachthafen Waltrop mit Einkehr zum Brunch. Auf Städtetour gehen die SGVler am 5. Oktober. Ziel ist die Domstadt Köln mitsamt Stadtführung. Besucht werden alte Kirchen, die Altstadt und eine traditionelle Gaststätte.

Ein prima Termin zum Kennenlernen ist der 31. August. Dann startet in der Agora in Ickern das SGV-Grillfest. Selbstverständlich wird vor dem Grillen vom Rathaus zur Agora gewandert. Reizvoll ist die Tageswanderung am 9. August, die zur Glörtalsperre führt. Und wer die Ohren spitzt wird viel erfahren, wenn am 20. Juli der Zielort Radio-Observatorium am Effelsberg in der Eifel auf dem Programm steht.

Gäste sind zu den Touren und Veranstaltungen immer gerne gesehen. Sie erhalten nähere Auskünfte unter der Rufnummer 02305/3 10 09. Die Mitgliedschaft im Verein beträgt 29 Euro im Jahr für Mitglieder über 18 Jahre. Jugendliche zahlen 14,50 Euro.

Wer wandert, sollte an die richtige Kleidung und das Gepäck denken. Die Kleidung sollte zweckmäßig sein, insbesondere das Schuhwerk. Vorzugsweise sind dies hohe, feste Wanderstiefel mit Profil. Auch das Gepäck sollte jeder Wanderer sorgfältig auswählen. In den Rucksack gehört neben dem Erste-Hilfe-Päckchen auch ein Wetterschutz. Proviant ist selber mitzunehmen, dabei dürfen Getränke nicht vergessen werden.

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