Hauptschule Welheim

Bottroper Parteien fordern Ersatz für Hauptschule Welheim

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Die Hauptschule Welheim in Bottrop steht vor dem Aus. Die Stadt soll sie schließen, weil immer wieder zu wenige Schüler angemeldet werden.

Die Hauptschule Welheim in Bottrop steht vor dem Aus. Die Stadt soll sie schließen, weil immer wieder zu wenige Schüler angemeldet werden.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Dass die Hauptschule Welheim schließt, stößt bei der FDP auf Kritik. ÖDP und AfD wollen eine Sekundarschule als Ersatz, die DKP eine Gesamtschule

Trotz der möglichen Schließung der Hauptschule Welheim muss es im Bottroper Süden nach Ansicht von ÖDP und FDP auch in Zukunft eine weiterführende Schule geben. ÖDP-Sprecherin Marianne Dominas setzt sich daher für die Gründung einer Sekundarschule in Welheim ein. Auch die AfD fordert eine Sekundarschule. FDP-Ratsherr Oliver Mies will erreichen, dass die Welheimer Schule wenigsten noch als Hauptschulzweig einer Realschule erhalten bleibt. Die DKP fordert dagegen für Welheim eine Gesamtschule.

Vertreterinnen und Vertreter von ÖDP und FDP bedauern das drohende Aus für die Welheimer Hauptschule ausdrücklich, weil deren Lehrerinnen und Lehrer hervorragende Arbeit leisten. Wegen zu geringer Anmeldungen fordert die Bezirksregierung allerdings, dass der Bottroper Rat die Hauptschule rückwirkend zum Schuljahresbeginn 2021/2022 schließt und somit Abschlussklassen um Abschlussklassen die Schule verlassen, bis keine Schüler mehr unterrichtet werden. AfD-Fraktionsvorsitzender Patrick Engels merkt selbstkritisch an, dass die Zukunft der Hauptschule ganz oben seine Agenda gehört hätte.

FDP kritisierte Bottrops Verwaltung und alte SPD-Landesregierungen

„Es war augenscheinlich das erklärte Ziel von Verwaltung und Ratsmehrheit, die Hauptschule in Welheim als ungeliebtes Kind loszuwerden“, kritisiert FDP-Ratsherr Andreas Mersch. Auch die SPD-geführten Landesregierungen der vergangenen Jahre hätten systematisch auf ein solches Ergebnis hingearbeitet. Dabei sei die Hauptschule Welheim als einzige weiterführende Schule im Bottroper Süden der letzte Ankerpunkt für Kinder und Jugendliche gewesen.

„Wir hatten uns gewünscht, Verwaltung und Politik hätten vor drei Jahren zugelassen, dass sich diese Schule als Talentschule bewerben darf und so gestärkt worden wäre. Aber das war in unserer Stadt leider nicht mehrheitsfähig“, bedauert FDP-Ratsherr Oliver Mies. Die FDP wolle nicht, dass der Bottroper Süden abgehängt, sondern vielmehr gestärkt wird. Nötig seien dort spezialisierte pädagogische Angebote mit kleinen Klassen für die Kinder, die in anderen Schulformen nicht zurecht kommen.

Wichtige Hilfe für Bottroper Kinder nach der Jahrgangsstufe 6

„Wir wissen auch, dass bei einem Wegfall der Hauptschule für all die Kinder, die nach der Jahrgangsstufe 6 Realschulen und Gymnasien wegen mangelnder Leistung verlassen müssen, eine Angebotslücke entsteht“, sagte ÖDP-Ratsfrau Marianne Dominas. An Realschulen einen Hauptschulzweig einzurichten, werde niemandem gerecht. Die einzig sinnvolle Lösung sei der Umstieg zu einem zweigliedrigen Schulsystem mit Gymnasium und einer Kombination von Sekundar- und Gesamtschulen, in denen Kinder länger gemeinsam und in Binnendifferenzierung lernen dürfen. „Dies ist immer wieder auch von Fachleuten empfohlen worden, aber stets fehlte der politische Mut“, bedauerte die Gesamtschullehrerin.

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AfD-Fraktionschef Patrick Engels meint, dass die großen Ratsparteien hätten wissen müssen, dass die Bezirksregierung die Schließung der Hauptschule Welheim fordern wird, wenn nach 2019/20 ein weiteres Mal keine Eingangsklasse gebildet werden kann. Auch wenn es schwierig sei, jetzt auch im Bottroper Süden ähnlich gute Voraussetzungen wie bei der Schulgründung in Kirchhellen zu schaffen, sollte auf die Hauptschule Welheim eine Sekundarschule folgen.

DKP-Schulsprecher Manfred Plümpe setzt sich dagegen für eine dritte Gesamtschule ein, die dann im Bottroper Süden errichtet werden sollte. „Wenn schon die Hauptschule geschlossen wird, sollten als Ersatz keine halben Sachen gemacht werden“, meint er. Die beiden vorhandenen Gesamtschulen seien bei Eltern und Schülern gefragt, sie liegen aber im Eigen und in der Stadtmitte, argumentiert der DKP-Vertreter.

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