Projekt

„Kunst quer über die Straße – Jung trifft Alt“ in Vonderort

Die von den Senioren und Kindern gemachten Mosaike zieren das Pflaster zwischen dem Seniorenstift und der Grundschule Vonderort. Am Donnerstag wurde der Weg gemeinsam mit Gästen abgeschritten.

Die von den Senioren und Kindern gemachten Mosaike zieren das Pflaster zwischen dem Seniorenstift und der Grundschule Vonderort. Am Donnerstag wurde der Weg gemeinsam mit Gästen abgeschritten.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Gemeinsames Projekt der Grundschule Vonderort und des Malteserstiftes St. Suitbert endet mit einem Sommerfest. Mosaiken verbinden beide visuell.

Auf dem Dorfplatz vor dem Malteserstift tummeln sich die Kinder und warten ungeduldig, dass es endlich losgeht mit den Reden und der ganzen Feierei. Ältere Menschen an Rollatoren üben sich in Geduld und blicken zwischendurch besorgt zum Himmel. Ob das Wetter wohl hält bei diesem Sommerfest? Mit dem Fest endete nämlich am Donnerstag in Vonderort das gemeinsame Projekt des Seniorenheims und der Grundschule direkt gegenüber: „Kunst quer über die Straße – Jung trifft Alt“.

Gemeinsam hergestellt

Und der Projektname ist wörtlich zu verstehen, denn zahlreiche Mosaiken, die die Grundschüler und die Senioren in den letzten Monaten gemeinsam hergestellt haben, schmücken nun den Weg zwischen Schule und Stift an der Straße Am Quellenbusch. Die bunten Pflastersteine zwischen all den grauen fallen direkt ins Auge und schaffen auch eine optische Verbindung zwischen den beiden so unterschiedlichen Partnern. Gemeinsam wurde die Strecke am Donnerstag morgen noch einmal abgeschritten, Zeit die Mosaiken zu bewundern.

Das taten vor allem auch die zahlreichen Gäste. Die hatte zuvor Andreas Kind begrüßt, Leiter der Kulturwerkstatt, die als dritte mit im Bund der Projektpartner ist. Sie hatte die Fördermittel beim Bundesministerium für Bildung und Forschung beschafft, das Zwei-Jahres-Projekt organisiert und begleitet. Zu 100 Prozent – eine Seltenheit – wurde das Vorhaben aus dem Förderprogramm „Künste öffnen Welten“ bezuschusst.

Ein Engagement vieler

Bezirksbürgermeister Helmut Kucharski, der die Teilnehmer – darunter auch Schuldezernent Paul Ketzer – dann im Namen der Stadt willkommen hieß, freute sich über das Engagement so vieler und hoffte, dass die Verbindungen auch nach Ende des Projektes bestehen bleiben.

Da ist sich Elke Penkowski, die Leiterin des Malteserstiftes St. Suitbert ganz sicher. „Es gibt für unsere älteren Bewohner nichts schöneres, als den Umgang mit den Kindern“, erzählt sie. Zehn bis 15 Senioren hätten immer mitgemacht, der Älteste unter ihnen ist schon 95. Und: „Es ist schon klar ausgemacht, dass es nach den Ferien weitergeht.“

Geschichten von früher

Das versichert auch Katja Konrads, die Leiterin der Grundschule Vonderort. „Es war schön zu sehen, wie Kinder und Senioren mit einander umgegangen sind. Viele Kinder haben ja gar keine Großeltern. Sie haben vor allem die Langsamkeit der Senioren genossen und ihre Geschichten von früher.“

Für die Zukunft kann sich die Schulleiterin zum Beispiel Lesepatenschaften zwischen Alt und Jung vorstellen. An dem Projekt waren alle Klassen, auch die Internationale Förderklasse, und alle 191 Grundschüler beteiligt. „Zuletzt war bei uns im Keller täglich Betrieb“, lacht sie. Da hatte nämlich der Mosaik-Künstler Robert Kaller den Werkraum der Schule „bezogen“, um hier mit Senioren und Kindern an den Mosaiken zu arbeiten. Die wurden dann später bei den gerade laufenden Bauarbeiten in der Straße Am Quellenbusch in den Bürgersteig eingelassen.

Robert Kaller war als einer von neun Künstlern an dem Projekt beteiligt, bei dem es neben dem Schwerpunkt Mosaik auch Workshops für Fotografie, Film und bildnerisches Gestalten gab. Er freut sich über die Kontakte zwischen Alt und Jung und betrachtet zufrieden das Vierer-Gespann – zwei Mädchen mit zwei alten Damen – ganz vertieft ins Gespräch.

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