Medizin

Finanzierung: Bottroper Krankenhäuser sorgen sich um Zukunft

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Landauf, landab stehen Krankenhäuser unter einem enormen wirtschaftlichen Druck.

Landauf, landab stehen Krankenhäuser unter einem enormen wirtschaftlichen Druck.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Die Bottroper Krankenhäuser blicken aktuell auf eine gute finanzielle Lage. Warum sie dennoch die Protestaktion „Alarmstufe Rot“ unterstützen.

Krankenhäuser stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck: Kostensteigerungen, entstanden durch Inflation, Energiekrise und Anpassung der Tariflöhne, können von den Häusern selbst kaum noch aufgefangen werden. Das berichten die Geschäftsführungen der beiden Bottroper Krankenhäuser unisono. Gemeinsam zeigen sie daher Flagge bei einer bundesweiten Protestaktion.

Bottroper Krankenhäuser: Kurzfristige Hilfsprogramme sind keine Lösung

„Kurzfristige Hilfsprogramme und Rettungsschirme seitens der Politik sind hier keine Lösung. Die Bundesregierung muss durch ein entsprechendes Gesetz umgehend eine verlässliche und faire Krankenhausfinanzierung sicherstellen. Nur so können die Kliniken ihren Versorgungsauftrag erfüllen, attraktive Arbeitgeber bleiben und finanziell gut über die Runden kommen“, heißt es.

Auch wenn das Knappschaftskrankenhaus und das Marienhospital in Bottrop nach eigenen Angaben aktuell noch auf eine gute finanzielle Lage blicken, schließen sie sich der Protestaktion „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ an. Diese findet am Mittwoch, 20. September, in Düsseldorf statt.

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Vor Ort möchten die Bottroper Akteure sich solidarisch zeigen mit Krankenhäusern, die sich bereits in einer finanziellen Schieflage befinden. Außerdem wünschen sie sich Verlässlichkeit bei der Finanzierung aller Kliniken im Hinblick auf eine ungewisse Zukunft.

„Das Knappschaftskrankenhaus Bottrop ist im Verbund der Knappschaft Kliniken wirtschaftlich gut aufgestellt. Sollte ein Inflationsausgleich aber weiterhin ausbleiben, wird sich auch für uns die Situation im nächsten Jahr zunehmend verschärfen“, kommentiert Stefan Grave, Geschäftsführer des Knappschaftskrankenhauses Bottrop die aktuelle Lage.

Dr. Ulrike Ellebrecht, Geschäftsführerin des Marienhospitals Bottrop, kann nur zustimmen: „Auch wenn die Krankenhäuser in Bottrop gut aufgestellt sind, zeigen wir uns solidarisch und schließen uns der Protestaktion an.“

Bei der Kundgebung der Aktion „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ sollen die schwierige wirtschaftliche Lage der einzelnen Krankenhäuser deutlich gemacht und schnelle Lösungsvorschläge von der Politik gefordert werden. Am Düsseldorfer Landtag werden sich am 20. September zum symbolischen Zeitpunkt fünf vor zwölf Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NRW-Krankenhäuser versammeln, „um eine saubere Finanzierung für die Krankenhauslandschaft zu fordern und somit den Erhalt einer zuverlässigen Krankenhausversorgung zu sichern.“

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