Vor Gericht

Dunkelhäutige Frau wird im Bus übel beleidigt

Foto: David-Wolfgang Ebener

Bottrop.   Eine Mutter und ihr Sohn werden im Bus mit Nazi-Parolen beschimpft. 49-Jähriger steht jetzt wegen Volksverhetzung vor Gericht.

Übelste Beschimpfungen musste am 12. Dezember eine dunkelhäutige Frau ertragen, als sie mit ihrem Sohn im Bus vom ZOB zum Hauptbahnhof fuhr. Ein Mann soll aus einer Gruppe heraus den Hitlergruß gezeigt und Naziparolen gerufen haben. „Das Gesocks müsste man verbrennen“ und „Heil Hitler“ soll er in Richtung der farbigen Frau gebrüllt haben. Nun muss sich der 49-Jährige vor dem Amtsgericht wegen Volksverhetzung verantworten.

Zeugin mischt sich erfolglos ein

Eine Zeugin, die das Geschehen entsetzt beobachtet und es der Polizei am Hauptbahnhof sofort gemeldet hatte, konnte bestätigen, dass der Täter mit einer Gruppe von Männern in den Bus gestiegen war. Sie hätten dem Wortführer zwar zugestimmt, sich aber nur passiv in das Geschehen eingemischt. Die Zeugin hatte den Mann im Bus aufgefordert, seine Beleidigungen zu unterlassen, doch der habe nicht reagiert und seine lauten Flüche fortgesetzt.

Die Zeugin, die den Angeklagten bei der damaligen polizeilichen Vernehmung noch eindeutig erkannt hatte, war sich jetzt, mehr als zehn Monate nach der Tat, bei der Identifizierung vor Gericht nicht mehr sicher. „Ob er es war, das kann ich nicht sagen. Ihn haben aber alle Anwesenden im Bus gehört.“

Angeklagter kann sich nicht erinnern

Bei der Verhandlung konnte sich der Angeklagte, der wegen verschiedener Vergehen bereits 53 Einträge im Bundeszentralregister und noch mehrere Verfahren ausstehen hat, nicht mehr an den Vorfall erinnern. „Zu der Zeit stand ich permanent unter Drogeneinfluss. Die Dinge, die mir vorgeworfen werden, kann ich gar nicht glauben, ich kann sie aber auch nicht gänzlich abstreiten. Meine Frisur deutet schon darauf hin, dass ich eher links eingestellt bin“, meinte der Mann.

Die Richterin beschloss, nun die beteiligten Polizeibeamten als Zeugen zu laden. Die Verhandlung wird am 25. Oktober um 12.30 Uhr am Bottroper Amtsgericht fortgesetzt.

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