Soziales

Diakonie kauft St. Barbara

Das Wegkreuz will die Diakonie erhalten, die Kirche und das Pfarrhaus müssen dem geplanten Neubau weichen.

Das Wegkreuz will die Diakonie erhalten, die Kirche und das Pfarrhaus müssen dem geplanten Neubau weichen.

Foto: WAZ FotoPool

Bottrop.   Der Wohlfahrtsverband baut auf dem Grundstück an der Essener Straße Wohnungen für Behinderte. 24 Menschen sollen an der Essener Straße eine neue Heimat finden. Die zentrale Lage sei ideal für ein Wiedereingliederungsprojekt, sagen die Diakonie-Verantwortlichen. Der Kindergarten bleibt erhalten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Tor zur Stadt entlang der Essener Straße – es wird sich verändern. Denn nun ist es offiziell, die Pfarrei St. Cyriakus hat die Barbara-Kirche verkauft. Das Diakonische Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten wird auf dem Grundstück gegenüber des Südring-Centers Wohnangebote für Behinderte bauen. Das gaben die katholische Kirche und die evangelische Diakonie gestern bekannt.

Beide Partner waren sich einig, dass das Grundstück sinnvoll genutzt werde. „Zuvor wurde dort Gottesdienst gefeiert, nun wird dort Dienst am Menschen geleistet“, brachte Propst Paul Neumann die Situation auf den Punkt. 2007 wurde die Gemeinde St. Barbara geschlossen. Seitdem hat sich die Pfarrei St. Cyriakus um Grundstück und Gebäude gekümmert. Weil er „keine katholische Verwendung“ für das Areal gesehen habe, hat sich Neumann umso mehr über die Anfrage der Diakonie gefreut. „Ein Geschenk des Himmels.“

Zweistöckiger Neubau in L-Form

Ein Haus mit Platz für 24 Menschen mit geistiger Behinderung will die Diakonie dort bauen. Betrieben wird die Einrichtung von der Gesellschaft „Selbstbestimmte Lebensräume (SeLe)“, einem Zusammenschluss des Diakonischen Werks und der Stiftung Wittekindshof (die WAZ berichtete). Die leben demnächst in einem zweistöckigen L-förmigen Gebäude. Das wird dann in dem Bereich stehen, in dem nun Kirche und Pfarrhaus stehen. Das Wegkreuz und die Barbarastatue bleiben jedoch erhalten

Die Vertragspartner haben sich geeinigt, die Grundstücksgrenzen etwas anders zuzuschneiden. Der Vorteil: Der Kindergarten St. Barbara bleibt erhalten und behält auch sein großes Außengelände. Beim Abriss werden Kindergarten und Kirche, die jetzt noch baulich verbunden sind, voneinander getrennt. Zwischen Neubau und Kita entsteht dann ein Außenbereich.

Das Diakonische Werk rechnet mit Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro für das 1200 Quadratmeter große Projekt. Der Eigenanteil wird bei 570 000 Euro liegen. Die restliche Summe soll über kommunale und Landesmittel aber auch über Stiftungen wie etwa die Aktion Mensch kommen. Da sind wir gerade in der Antragsphase“, sagt Diakonievorstand Karl Heinz Kinne. Mit einem Baubeginn sei im Frühling 2013 zu rechnen.

Der Bedarf ist groß

Diakoniepfarrer Johannes Schildmann betont den Bedarf an derartigen Wohnplätzen und die optimale, weil zentrale Lage für das Projekt. „Das ist eine Voraussetzung für die Wiedereingliederungshilfe.“ Die Infrastruktur mit Bahnhof, Bushaltestellen, Einkaufs- und Ärztezentrum sei ideal und erleichtere Angehörigen den Besuch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben