Ein anonymer Briefeschreiber droht den Teilnehmern der vierten Krebs-Demonstration in Bottrop mit Gewalt „bis aufs Blut“. Die Teilnehmer der Kundgebung sollten sich vor Schlägern in Acht nehmen. Daraufhin wurden mehrere Anzeigen erstattet. Auch der Staatsschutz ermittelt bereits. Das meldet das Recherchezentrum Correctiv.

Die Organisatoren der Demonstration, die sich um den Skandal gepanschter Krebsmedikamente dreht, wollen sich jedoch nicht einschüchtern lassen. „Gewalt ist nicht unser Weg“, sagte Heike Benedetti, die die Demo angemeldet hat.

Beleidigungen und Drohungen

Der Briefeschreiber ist seit Ende Dezember aktiv: „Bei der nächsten stillen Demo aufgepasst“. „Bis aufs Blut“ würden die Interessen der Apothekenmitarbeiter und ihrer Familien „verteidigt“, es gebe genügend Leute mit „herausragenden körperlichen Eigenschaften“, zitiert Correctiv aus den Drohbriefen, die bei mehreren Betroffenen, Whistleblowern und Beteiligten der Demonstrationsplanungen teils wiederholt eingegangen sind.

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Die Briefe wurden per Post verschickt oder auch direkt in die Briefkästen geworfen. Der Inhalt ist immer der gleiche: Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen sowie Verteidigungsreden auf den Apotheker Peter Stadtmann, der zurzeit wegen des Vorwurfs, Krebsarzneien gepanscht zu haben, vor dem Essener Landgericht steht.

Maßnahmen zum Schutz der Patienten

Mit Hilfe der Demonstration wollen die Betroffenen des Skandals konkrete Maßnahmen zum Schutz der Patienten vor weiteren Panschereien durchsetzen. So sollen die Kontrollen entsprechender Apotheken ausgeweitet und unangemeldete Qualitätschecks durchgeführt werden. Weiter fordern die Betroffenen die vollständige Aufklärung des Skandals. Dazu gehört für sie die Aufklärung der politischen Verantwortlichkeiten und der Abhängigkeiten zwischen Ärzten und dem panschenden Apotheker.