Restaurant der Herzen

Bottroper Suppenküche serviert ersten Grünkohl der Saison

Am Dienstag ist Kolüsch wieder im Barbaraheim gestartet. Bernd Gertwinkel (r.) füllt die Teller mit Grünkohl und Mettwurst.

Am Dienstag ist Kolüsch wieder im Barbaraheim gestartet. Bernd Gertwinkel (r.) füllt die Teller mit Grünkohl und Mettwurst.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Die Suppenküche der Evangelischen Sozialberatung hat wieder geöffnet. Bis Mitte März gibt es warme Mahlzeiten für Bedürftige im Barbaraheim.

Das Haus war voll am ersten Tag von Kolüsch in dieser Saison. Allerdings waren fast mehr geladene „Offizielle“ da als Gäste, die sich schon auf eine kostenlose warme Mahlzeit in kalten Zeiten gefreut haben. Kein Wunder: Die Suppenküche der Evangelischen Sozialberatung (ESB) blickt in diesem Jahr auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Da klickten auch eine Menge Fotoapparate und Kameras surrten.

„Wir kennen das schon: Am ersten Tag kommen immer weniger Gäste“, erklärt Claudia Kretschmer, die Leiterin der ESB, viele würden eben nicht so gerne als Bedürftige im Lichte der Öffentlichkeit stehen.

Oberbürgermeister Bernd Tischler dankte den vielen Helfern

Entgangen ist ihnen am ersten Tag die Eröffnung der Saison durch Pfarrerin Anne Hanhörster, der Vorsitzenden des Presbyteriums der evangelischen Kirche ebenso wie der Besuch des Oberbürgermeisters. Bernd Tischler nutzte die Gelegenheit, den vielen Helfern zu danken, die die Suppenküche jedes Jahr möglich machen.

Am ersten Tag tischten sie wieder Grünkohl mit Mettwurst auf – das ist Tradition seit den Anfängen. An die erinnerte Claudia Kretschmer noch bevor das Essen aufgetragen wurde. Schließlich galt es auch, sich zu erinnern an den Begründer der Suppenküche vor 25 Jahren, an Wolfgang Kutta.

Der Sozialarbeiter und frühere Leiter der ESB ist im Oktober mit 65 Jahren gestorben. Und schließlich überreichte Claudia Kretschmer anlässlich des 25-Jährigen auch Blumen zum Dank an Renate Palberg. Die SPD-Ratsfrau unterstützt Kolüsch seit dem ersten Tag.

Rund 80 Essen wird die Suppenküche in dieser Saison wieder täglich ausgeben. Zubereitet wird es wieder in der Küche des DRK-Seniorenzentrums Rottmannsmühle. Zum Nachtisch gibt es Kaffee und Gebäck vom Vortag, gestiftet von Bottroper Bäckereien.

Zwölf Helfer packen mit an

Zwölf Helfer sind wieder mit am Start im Barbaraheim, wo Kolüsch auf den Tag genau seit zehn Jahren die Suppenküche durchführt.

Vier der Helfer sind derzeit nach dem Programm „Arbeit statt Sozialhilfe“ bei der ESB beschäftigt, die anderen arbeiten ehrenamtlich mit. Viele von ihnen sind schon seit langem dabei. Sie decken die Tische, füllen die Teller, tragen das Essen zu den Tischen und bedienen die Gäste. Und hinterher müssen sie spülen und aufräumen.

Für Gäste wie Helfer ist die Kolüsch-Saison auch Abwechslung im sonst eher tristen und einsamen Alltag, man trifft sich gerne zum kostenlosen Mittagessen in Gemeinschaft. Möglich machen dies jedes Jahr ganz viele Spender, die mit ihrem Geld dazu beitragen, dass den Gästen der Suppenküche täglich ein gesundes Essen aufgetischt werden kann. Mit 300 Euro können rund 90 Gäste am Tag satt werden. Bis zum 16. März 2018 hat Kolüsch diesmal geöffnet.

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