Radschnellweg

Bottroper CDU-Fraktion plädiert für Radweg über RAG-Trasse

Die CDU-Fraktion plädiert dafür, dass der Radschnellweg künftig über die RAG-Trasse führen soll.

Die CDU-Fraktion plädiert dafür, dass der Radschnellweg künftig über die RAG-Trasse führen soll.

Foto: Swen Pförtner/DPA

Bottrop.   CDU-Fraktion will Radler über die RAG-Trasse schicken. Ihr Vorwurf: Der Regionalverband Ruhr argumentiert beim Radschnellweg mit falschen Zahlen.

Die CDU-Fraktion spricht sich für den Radschnellweg von Bottrop nach Essen und Gladbeck über die RAG-Trasse aus. Ratsherr Christian Geise: „Ein Radschnellweg funktioniert nur, wenn die Radfahrer sicher und zügig an ihr Ziel kommen.“

Bei einem Streckenverlauf über die Gladbecker Straße sieht die Union das aber nicht gewährleistet. Die in der Machbarkeitsstudie des Regionalverbandes Ruhr (RVR) genannten 134 Sekunden Wartezeit an Ampeln seien bei dieser Führung nicht einzuhalten, heißt es bei der CDU. Die Fraktion wirft dem RVR vor, mit falschen Zahlen zu argumentieren.

Kreuzungsfreier Verlauf

Allein zwischen der Buchen- und der Hans-Sachs-Straße stehe der Radfahrer bereits über fünf Minuten, sagt Christian Geise. Die Nutzung der kreuzungsfreien Zechenbahntrasse sei daher ein Vorteil: „Wenn wir keinen Radlangsamweg wollen, macht nur die Trasse Sinn.“

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Frank Kien, weist außerdem auf die offenen Fragen bei einer Routenführung über die Gladbecker Straße hin: „Weder die Parksituation ist bedacht worden, noch der Lieferverkehr“, so seine Kritik. Mit einem nicht funktionierenden Radschnellweg sei jedoch niemandem gedient.

Handel profitiere von einer abgestimmten Lösung

„Wir sollten nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Dass wir auch auf der Gladbecker Straße etwas für den Radverkehr tun müssen, ist unbestritten; auch ein Radschnellweg auf der RAG-Trasse funktioniert nur, wenn die Zubringer dorthin sicheren Radverkehr ermöglichen. Dazu bedarf es aber nicht des Standards eines Radschnellwegs“, kritisiert Kien den RVR. Von einer abgestimmten Lösung, die Anlieferung und Parken berücksichtigt, werde dann auch der Handel vor Ort profitieren.

Gutachten nicht nachvollziehbar

Die CDU spricht sich für ein Angebot für den Radverkehr insbesondere nach Essen aus. Das sei die überlastetste Pendlerstrecke. Die Bahnlinie, die A 42, der Emscher- und der Rhein-Herne-Kanal würden heute eine sichere Radverbindung verhindern. „Dieser Abschnitt wird über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden und nicht die Wegewahl in Bottrop“, ist sich Christian Geise sicher.

Das Gutachten des Regionalverbands Ruhr hält er in einem weiteren Punkt für fragwürdig: „Man will uns verkaufen, dass zwischen Dellwig und Essen-Zentrum 1600 Radfahrer mehr den Radschnellweg nutzen, wenn wir in Bottrop die Gladbecker Straße wählen.“ Laut Gutachten sollen über die RAG-Trasse nur noch 700 zusätzliche Radfahrer den Essener Abschnitt nutzen. Über die Gladbecker Straße seien es hingegen 2300. Das kritisiert Geise als „nicht nachvollziehbar“.

Eine erneute Studie mit einer Simulation des Radwegs entlang der Gladbecker Straße, wie sie das Land vorgeschlagen hat, lehnt die Union ab. Kien: „Bottrop soll das Geld direkt dem Radverkehr zugute kommen lassen und nicht für eine weitere RVR-Studie herausschmeißen.“

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