Erfolg für Radfahrer

Bottrop: Umstrittener City-Parkstreifen wird entfernt

Protestaktion mit Wirkung: Radfahrer blockierten mit ihren Fahrrädern den umstrittenen Parkstreifen an der Osterfelder Straße.

Protestaktion mit Wirkung: Radfahrer blockierten mit ihren Fahrrädern den umstrittenen Parkstreifen an der Osterfelder Straße.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Erst blockierten die Radfahrer die störenden Parkplätze. Nun entschied der Verkehrsausschuss: der Parkstreifen muss weg. Das sind die Gründe.

Die Stadt wird die umstrittenen Parkplätze entlang der Osterfelder Straße gegenüber dem Gleiwitzer Platz entfernen. Das kündigte Verkehrsausschussvorsitzender Rüdiger Lehr in einem WAZ-Gespräch an. Eine Fahrradinitiative um den ADFC hatte die Parkplätze Ende August demonstrativ blockiert. Sie wollte so auf die Gefährdungen hinweisen, die von dem Parkstreifen für Radfahrer ausgehe. „Ja, da gibt es ein Sicherheitsproblem“, begründet nun auch SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr die Forderung der Ratsvertreter nach Beseitigung des Parkstreifens.

Zuvor hatten Vertreter der Fahrradinitiative in einem Schreiben an Oberbürgermeister Bernd Tischler ihre Sorgen geschildert. Es sei gefährlich die Radspur entlang des Parkstreifens zu benutzen, weil oft Autos in zweiter Reihe auf dem Fahrradstreifen stehen, die auf einen freien Stellplatz warten. Die Radfahrer müssten dann auf die Fahrbahn der Osterfelder Straße ausweichen. Fahrzeuge wie SUV oder auch Transporter seien breiter als der schmale Parkstreifen und ragten in die Fahrradspur hinein. Außerdem gefährdeten auch Fahrer, die ihre Autotüren unverhofft öffneten, die Radfahrer, wenn diese auf der abschüssigen Spur in Richtung Pferdemarkt unterwegs seien. Hinzu komme, dass auf den kostenfreien Kurzzeit-Parkplätzen ziemlich oft Autos ausparken. Die bringe weitere Unsicherheiten für die Radfahrer mit sich.

Die Bottroper Grünen hoffen, dass das erst der Anfang ist

Die Bürger schlugen daher vor, sowohl den Radfahrstreifen auf eine Regelbreite von 1,60 Metern als auch den Bürgersteig zu verbreitern. Wie der Parkstreifen künftig genutzt werden soll, ist vorerst aber noch offen. Verkehrsausschussvorsitzender Rüdiger Lehr denkt an eine Begrünung, an Platz für Außengastronomie oder teils auch einfach an Platz für Fahrradständer. Die Ratsvertreter baten die Mitarbeiter der Verwaltung daher, ihnen Vorschläge zu unterbreiten.

Wie die Radfahrer-Initiative hatten auch die Grünen gefordert, den Parkstreifen auf der Sparkassenseite zu beseitigen. Die Grünen nehmen das Votum des Verkehrsausschusses daher zufrieden zur Kenntnis. „An der Osterfelder Straße beginnt der Umbau zur lebenswerten und verkehrssicheren Stadt: Acht Parkplätze werden dem Auto ganz bewusst kurzfristig entzogen“, meint Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Swoboda. Die Grünen hoffen, dass dies erst der Anfang sei. „Wir wollen auch über die Parkplätze vor der Post reden. Dort herrscht eine unsägliche Verkehrssituation für alle Verkehrsteilnehmer. Autofahrer, Fußgänger und Radler treffen dort Tag für Tag aufeinander“, kritisiert die Grüne. Für die Abschaffung der Post-Parkplätze zeichnet sich derzeit allerdings keine Mehrheit ab.

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