Umwelt

Bagger sollen mit Dioxin verseuchte Asche von Fußballplätzen in Bottrop entfernen

Die dioxinbelastete Asche auf dem Fußballplatz des SV Vonderort soll ausgetauscht werden.

Die dioxinbelastete Asche auf dem Fußballplatz des SV Vonderort soll ausgetauscht werden.

Foto: Winfried Labus / WAZ Foto Pool

Bottrop.   Nach dem Schnee rollen die Bagger an: Die Stadt Bottrop entfernt die mit Dioxin verseuchte Kieselrotasche von den Sportplätzen in Vonderort und am Jahnstadion. Bambini-Kicker, die dort spielten, "sind nicht gefährdet und waren es auch nicht", stellt der Leiter des Gesundheitsamtes klar.

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Die Stadt wird die mit dem Umweltgift Dioxin belastete Kieselrotasche, die auf dem Sportplatz in Vonderort und unter dem Ascheplatz Jahnstadion liegt, entfernen und auf einer Deponie entsorgen lassen. Das sagte Stefan Beckmann, der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Grün, in einem WAZ-Gespräch.

Am Wienberg werde der belastete Untergrund des Sportplatzes sofort ausgehoben. Die Stadt hat den Platz vorsorglich schon gesperrt. Bis zum Beginn der nächsten Saison im September soll der Sport- und Bäderbetrieb den Fußballplatz erneuern , damit die Mannschaften des SV Vonderort dort wieder spielen können.

Sicherheitsschicht aufgeweicht

Auf dem Ascheplatz an der Hans-Böckler-Straße wird die Kieselrotasche in ein, zwei Jahren entfernt, kündigte Beckmann an. Anders als auf dem Vonderorter Sportplatz sei die auch dort zum Schutz vor der Dioxinbelastung regelmäßig aufgetragene Deckschicht noch intakt, hatte der Technische Beigeordete, Norbert Höving, schon im Auschuss für Stadtplanung und Umweltschutz erklärt.

Höving trug vor, dass in den neunziger Jahren nach Erlass des Landesumweltministeriums zum Umgang mit der verseuchten Kieselrotasche als „langfristige Sicherung auch das Belassen auf der Fläche und die Aufbringung einer Sperrschicht gesehen“ wurde. Diese Methode erwies sich auf dem Sportplatz in Vonderort offenkundig jedoch nicht als sicher genug. „Das hat uns sehr überrascht“, sagte der städtische Umwelt-Fachbereichsleiter Stefan Beckmann zur WAZ.

Vom Land empfohlene Methode offenkundig nicht sicher

Wie berichtet, ergaben Kontrollen im November sehr hohe Dioxinwerte an der Oberfläche des Sportplatzes am Wienberg. Weil die Entwässerung des Platzes nicht mehr funktionierte, ist dieser derart aufgeweicht, dass die Deckschicht zerstört wurde. Weil die Sportler auf dem aufgeweichten Aschebelag weiter Fußball spielten, vermischten sie die Kieselrotasche aus dem Unterbau mit der Deckschicht. Beim Glätten des Platzes setzte sich der feinere Sicherheitsbelag sogar ab, so dass die belastete Asche oben liegen blieb, teilte die Stadt mit.

Seit Anfang der neunziger Jahre weiß die Stadt, dass die Ascheplätze in Vonderort und am Jahnstadion mit Dioxin belastet sind, außerdem der Bolzplatz an der Fernewaldstraße und der frühere Rhenania-Platz an der Horster Straße. Über der alten Asche an der Fernewaldstraße liegt jetzt Rasen. Der aufgegebene Rhenania-Sportplatz wird ebenso wie in Vonderort und am Jahnstadion saniert. Auf dem Gelände an der Horster Straße sollen ja neue Wohnungen gebaut werden.

„Bambini-Kicker sind und waren nicht gefährdet“

Gesundheitsamtsleiter Dr. Christian Marga korrigierte mittlerweile die Bewertung des Hygiene-Institutes Gelsenkirchen, die die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Umweltschutz vorgelegt hatte. „Kleinstkinder bis zu zwei Jahren und Säuglinge, also alle Kinder, die noch über den Boden krabbeln und unbewusst Gegenstände in den Mund nehmen, sollte man nicht auf die belasteten Sportplätze lassen“, sagte Marga der WAZ. „Bei Vierjährigen kommt das aber nicht mehr vor. Bambini-Kicker sind also nicht gefährdet und waren es auch nicht“, stellt der Leiter des Gesundheitsamtes klar.

Wie berichtet, hatte das Hygiene-Institut empfohlen: „Kleinkinder sollten nicht auf Dioxin-belasteten Sportplätzen spielen“. Diese Formulierung sei nicht genau genug. Denn als Kleinkinder werden Kinder bis zu sechs Jahren bezeichnet.

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