Bottrop. . Während der Rathaussanierung hat Bernd Tischler ein Dienstzimmer im RAG-Haus bezogen. Nicht alle Gegenstände sind mit umgezogen.

Es riecht intensiv nach Farbe, um nicht zu sagen: Es stinkt. Gestern sind die Fenster gestrichen worden, sagt der Oberbürgermeister, als die WAZ ihn in seinem Übergangsdienstzimmer im RAG-Gebäude am Gleiwitzer besucht. So sieht es also aus, das erste Büro der Stadt während der Ratshaussanierung, hier wird Bottrop repräsentiert.

Der Ausblick hat sich nach dem Umzug verändert, hier Richtung St. Cyriakus.
Der Ausblick hat sich nach dem Umzug verändert, hier Richtung St. Cyriakus. © Frank Oppitz

Nicht nur wegen des momentanen Geruchs fallen die Fenster auf. Schließlich ist eine Wand des Büros nahezu komplett verglast – und bietet einen interessanten Ausblick. Von seinem Schreibtisch aus hat Bernd Tischler das Rathaus im Blick – zumindest dessen Turm. Wenn er aufsteht, kann er auch die Kokerei beobachten.

Das Übergangsbüro ist eher sachlich-nüchtern

Ansonsten ist das Zimmer etwa halb so groß wie das OB-Büro im Rathaus und wirkt im direkten vergleich eher sachlich-nüchtern. „Das ist auch mein Eindruck“, urteilt Tischler. Anstatt des edlen Parketts gibt es hier nur klassische Auslegeware, aber die ist in diesem Trakt des Hauses immerhin neu. Der Schreibtisch ist derselbe wie im Rathaus, das gilt auch für den kleinen Besprechungstisch. Auch das Bild, das Udo Lindenberg von Bottrop gemalt hat, hängt im Übergangsbüro.

Nicht mit umgezogen ist das Albers-Bild aus dem alten OB-Büro. Denn anders als das Zimmer im Rathaus ist der Raum im RAG-Gebäude nicht klimatisiert, außerdem strahlt – zumindest morgens – die Sonne auf die Wände. Das täte dem empfindlichen Original-Albers-Quadrat sicher nicht gut. „Außerdem habe ich im Rathaus ja auch extra eine Wand, an der ich Kunst hängen konnte“, erklärt Tischler. Auch die Plastiken warten irgendwo eingelagert und gut verpackt das Ende der Rathaus-Sanierung ab. Im Übergangsbüro war schlicht kein Platz für sie.

Mitarbeiter sind gut aufgenommen worden

Während also das Rathaus vor 100 Jahren durchaus auch für repräsentative Zwecke geplant und gebaut wurde, ist das Haus aus den 50er-Jahren am Gleiwitzer Platz ein Verwaltungs- und Bürogebäude – zumindest in den Bereichen, in denen sich die Stadt eingemietet hat. Und noch etwas hat sich geändert: Tischler ist nun häufiger unterwegs. Ausschusssitzungen finden im ehemaligen Katholischen Stadthaus an der Paßstraße statt, Ratssitzungen in der Aula Welheim.

Trotzdem, so sagt Tischler, hätten er und die anderen Mitarbeiter es gut getroffen. „Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden“, lobt er und deutet auf eine Tasse. Darauf abgebildet Stadtwappen, RAG-Gebäude und ein Schriftzug. „Ein herzliches Glückauf und willkommen im Servicebereich Belegschaft.“ Eine solche Tasse gefüllt mit Naschereien habe jeder städtische Mitarbeiter an seinem ersten Tag im Haus bekommen, freut sich Tischler. Er nutzt die Chance, um die städtische Immobilienwirtschaft zu loben. Die hat den Umzug der Rathaus-Mitarbeiter organisiert und Übergangsbüros beschafft. „Wir bekommen aus allen Bereichen Rückmeldungen, dass die Kollegen zufrieden sind, so wie sie untergebracht sind.“

Zur Begrüßung heißt es „Glückauf“

Was den OB aber besonders freut: „Hier im Haus wird man immer mit Glückauf begrüßt“.