Mit viel Schwung lässt Olga Grigat die Kugel über die lange Tischkegelbahn rollen. Sie trifft eines ihrer anvisierten Ziele und holt gleich mehrere Punkte in ihrer Lieblingsdisziplin. Die 103-jährige Bewohnerin nimmt an der ersten Seniorenolympiade des Ernst-Löchelt-Seniorenzentrums im Eigen teil. Sie misst sich am Mittwoch mit 48 anderen Bewohnern der Awo-Einrichtung in insgesamt neun unterschiedlichen Disziplinen des Wettkampfes. Unter anderem sind Spiele wie Torwandschießen, Dartwerfen oder Bowlen mit dabei.

Rollstuhl- und Rollatorlauf

Beim Rollstuhl- und Rollatorlauf zeigen die sportlichen Senioren, was in ihnen steckt. Gleich mehrere Damen und Herren im alter zwischen 65 und 103 Jahren treten auf einer markierten Rennbahn gegeneinander an. „Gib alles! Los jetzt!“, rufen die Betreuer den munteren Teilnehmer zu. Sie folgen den Anfeuerungen und vergessen bei dem Lauf die Alltagsbeschwerden.

Nach dem Sprint geht es zum nahegelegenen Erholungsstand. Im Schatten warten kalte Getränke auf die Teilnehmer. Einer der älteren Sportler fragt seinen Sitznachbarn mit einem breiten Grinsen: „Sag mal, hast du für die Seniorenolympiade trainiert?“ Er erwidert schelmisch: „Natürlich, und du?“

Ruhige Kugel beim Boccia

Beim gemeinsamen Boccia-Spiel schieben die Bewohner sprichwörtlich die ruhige Kugel. Hier können sie eine kurze Pause von den anstrengenden Stationen eingelegen, bevor es schließlich zum Dosenwerfen geht. An dem aufgebauten Stand mit den zwei großen Blechtürmen scheppert und kracht es, wenn die Ziele klangvoll zu Boden poltern. Die Senioren geben auch dort alles, denn so manche wollen am Ende des Tages eine Medaille mitnehmen.

Elisabeth Bartsch hält stolz ihre Punktetafel in die Höhe, die sie an einer kurzen Schnur um den Hals trägt. Die 79-Jährige will bei diesem besonderen Wettstreit zwar nicht auf das Siegertreppchen und einen der begehrten Ränge holen, jedoch hat sie sich vorgenommen, an allen Spielen der neuen Seniorenolympiade teilzunehmen. „Dabei sein ist alles“, heißt ihr Motto.

Jeder kann teilnehmen

Das engagierte Team aus Ehrenamtlern, Mitarbeitern der Betreuung und Pflege sowie des sozialen Dienstes hat die unterschiedlichen Stationen so gestaltet, dass jeder daran teilnehmen kann. „Es werden keine Voraussetzungen benötigt. Unser Ziel ist es, das Wohlbefinden unserer einzelnen Bewohner zu fördern. Spaß, Bewegung und der Antrieb stehen heute im Mittelpunkt der Veranstaltung“, betont die Sozialarbeiterin Klaudia Bogdon-Braumgart.