Mountainbike

Wald verwüsten? Bochumer Mountainbiker weist Kritik von sich

„Ride“ steht auf einer selbst gebauten Rampe in einem Wald – nicht in Bochum, wohlgemerkt. Aber auch hier wird in letzter Zeit vermehrt querfeldein gefahren, hat die Stadt Bochum festgestellt.

„Ride“ steht auf einer selbst gebauten Rampe in einem Wald – nicht in Bochum, wohlgemerkt. Aber auch hier wird in letzter Zeit vermehrt querfeldein gefahren, hat die Stadt Bochum festgestellt.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Bochum.  Der Vorwurf steht im Raum: Mountainbiker zerstören vermehrt den Bochumer Wald. Ein Radfahrer sieht das anders – und hat eine Lösung parat.

Unser Bericht über die Mountainbiker, denen vorgeworfen wird, in Corona-Zeiten vermehrt durch die Bochumer Wälder zu düsen und die Natur zu zerstören, hat für allerhand Diskussionsstoff gesorgt. Vor allem in den sozialen Netzwerken. Viele sehen sich zu unrecht an den Pranger gestellt und verweisen auf Kinder und Jugendliche, die in erster Linie für Rampenbau und Pistenanlegen verantwortlich seien – allerdings gerade jetzt auch mangels alternativem Freizeitangebot.

Natur zerstören? Bochumer Mountainbiker fühlt sich zu unrecht angegriffen

Jens Wichtermann aus Linden sieht das ähnlich. Er kritisiert die Pauschalverurteilung der Mountainbiker. Er selbst fahre seit gut 20 Jahren. Auch durch die heimischen Wälder. „Aber wir fahren zu 99 Prozent auf den Wegen“, behauptet er und bricht eine Lanze für das Gros der Gleichgesinnten.

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Ja, er teilt die Beobachtung, „dass durch die Coronapandemie der Wald explodiert“. Aber es seien längst nicht nur die Mountainbiker, die die Wälder nun bevölkern, sondern auch viele Spaziergänger und Hundebesitzer. Mit denen gebe es leider häufig Probleme. „Man hat schon Glück, wenn man nicht vom Rad gekickt wird“, berichtet Jens Wichtermann von einigen unschönen Begegnungen. Auch, weil viele Herrchen und Frauchen ihre Hunde nicht anleinen würden.

Für ihn ist das friedliche Miteinander und eine gegenseitige Rücksichtnahme wichtig. „Ich fahre oft lange Strecken, nach Witten oder Wuppertal. Ich klingel immer, wenn ich mich Fußgängern nähere, grüße und versuche, Konflikten aus den Weg zu gehen.“ Die meisten Mountainbiker, die er kenne, täten dies genauso.

Problem lösen wie in anderen Ländern

Dass auch abseits der Wege gefahren und dort mitunter ein Parcours gebaut wird, will Jens Wichtermann nicht abstreiten. Aber das seien in der Tat meist Kinder und Jugendliche. Ich würde mit meinen 51 Jahren nie auf die Idee kommen, eine Rampe zu bauen.“

Gleichwohl zeigt er Verständnis für die Jugend. „Die gehen halt ihrem Hobby nach. Wir haben früher im Wald Lager und Baumhäuser gebaut.“ Wichtermann ist selbst Vater von drei Kindern. „Mir ist lieber, die machen so etwas, als dass sie mit ihren Kumpels an der Konsole zocken.“

Jens Wichtermann schlägt eine Lösung vor, wie sie auch in anderen Ländern praktiziert werde: „In den Wäldern legale Strecken für Mountainbiker ausweisen, damit eine klare Trennung möglich ist. Und damit sich Radfahrer gar nicht erst auf Pfade begeben, auf denen sie die Natur schädigen.“

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