Volkswagen Infotainment

VW-Tochter entscheidet 2019 über Standort in Bochum

In die beiden hinteren Türmen der Aral-Verwaltung an der Wittener Straße hat sich der Software-Entwickler Volkswagen Infotainment eingemietet.

In die beiden hinteren Türmen der Aral-Verwaltung an der Wittener Straße hat sich der Software-Entwickler Volkswagen Infotainment eingemietet.

Foto: Hans Blossey

Bochum.   Die Bochumer VW-Tochter Volkswagen Infotainment wächst weiter rasant. Sie will einen neuen Standort für 800 bis 1000 Mitarbeiter errichten.

Bekannt ist die Adresse „Wittener Straße 45“ als Hauptverwaltung der Aral AG. Längst aber werden dort nicht nur die Geschicke des größten deutschen Kraftstoffanbieters bestimmt. Vorübergehend zu Hause sind dort auch zwei der vielversprechendsten IT-Unternehmen der Stadt: Escrypt und Volkswagen Infotainment.

Vor allem das VW-Tochterunternehmen hat angesichts seines rasanten Wachstums großen Platzbedarf. „Deshalb sind wir froh, dass wir an der Wittener Straße einen zweiten Turm anmieten konnten“, sagt Tobias Nadjib, einer der beiden Geschäftsführer von Volkswagen Infotainment. Binnen 16 Monaten ist die Belegschaft um mehr als 30 Prozent auf mittlerweile gut 500 Beschäftigte gewachsen.

Und in diesem Tempo soll es weitergehen. Schon bis Ende 2019 könnte die Mitarbeiterzahl auf knapp 700 ansteigen. Deshalb soll noch in diesem Jahr die Entscheidung darüber fallen, wo der neue Firmenstandort in Bochum entstehen soll.

Bedarfsanalyse als Grundlage für konkrete Anforderungen

„Ein Umbau ist genauso möglich wie ein Neubau“, so Nadjib. Der 45-Jährige spricht von einem guten Austausch mit der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft („Wir werden toll unterstützt“) und davon, dass es eine gute Auswahl an potenziellen Standorten in Bochum gebe. „Einer davon ist natürlich Mark 51/7, ein hochinteressantes Gelände“, so Nadjib. Ob es auf die frühere Opel-Fläche hinausläuft und die jetzigen Nachbarn Volkswagen und Escrypt (die Bosch-Tochter zieht 2022 auf Mark 51/7) damit auch auf Dauer räumlich nebeneinander arbeiten, wird sich zeigen.

Eine Bedarfsanalyse, so Nadjib, werde Aufschluss darüber geben, welche konkreten Anforderungen das Unternehmen habe. Dazu gehören nicht nur ausreichend Raum für eine Fahrzeughalle, in der unter anderem an der Integration von Smartphone-Anwendungen und an der Kommunikation vom Fahrzeug zur digitalen Infrastruktur gearbeitet wird, sondern auch Flächen für Projektgruppen, an denen neben unterschiedlichen Fachbereichen auch Mitarbeiter von Partnerfirmen oder Auftraggebern beteiligt sein können.

Eines aber sei wichtig: Alle Mitarbeiter sollen unter einem Dach untergebracht sein, um so effizient wie möglich arbeiten zu können. Derzeit gibt es allein in Bochum drei Standorte, dazu kommt noch eine Abteilung in Wolfsburg. Das soll sich ändern.

800 bis 1000 Mitarbeiter sollen unterkommen

Die Größenordnung der Firmenzentrale ist noch vage. Auf Platz für 800 bis 1000 Mitarbeiter schätzt der Geschäftsführer momentan den Bedarf. Das wäre ein Gebäude von den Ausmaßen wie sie die neue Vonovia-Zentrale an der Universitätsstraße hat.

Aber nicht nur die Suche nach einem Standort ist eine wichtige Aufgabe für das 2014 gegründete Unternehmen, das noch im gleichen Jahr das europäische Entwicklungszentrum des kanadischen Smartphone-Herstellers Blackberry übernommen hat. Mindestens genauso bedeutsam ist die Personalgewinnung. 41 Stellen sind momentan für den Standort Bochum ausgeschrieben – vom Softwareentwickler bis zum Testingenieur, vom Konfigurationsmanager bis zum Systemadministrator.

Technikhalle Anfang 2018 eingeweiht

Erst vor knapp einem Jahr hatte Volkswagen Infotainment seine Technikhalle an der Universitätsstraße offiziell eröffnet. Dort werden im Auftrag der Elektronikabteilung der Volkswagen AG unterschiedlichste Produkte entwickelt.

Dazu gehören etwa ein Notrufsystem, das erkennt, wann es zu einem Unfall gekommen ist und automatisch den Rettungsdienst oder die VW-eigene Notrufzentrale informiert; eine Kamera, die an der „Blinzelfrequenz“ erkennt, wann der Fahrer müde wird; und das „Geofencing“, ein virtueller Zaun, der eingerichtet werden kann zum Beispiel, wenn Papa seinen Wagen an den Sohn verleiht mit der Maßgabe, er dürfe nur innerhalb des Stadtgebiets fahren.

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