Verwaltungsgebäude

Verwaltungsgebäude von Zeche Lothringen ist gerettet

Das alte Verwaltungsgebäudes der Zeche Lothringen steht seit zwei Jahren leer und wird öfter von Vandalen heimgesucht.

Das alte Verwaltungsgebäudes der Zeche Lothringen steht seit zwei Jahren leer und wird öfter von Vandalen heimgesucht.

Foto: Socrates Tassos

Gerthe.   Investorengruppe saniert die Lothringen-Immobilie in Gerthe und investiert zwölf Millionen. Geplant: Wohnungen, Büros und ein Stadtteiltreff.

Es ist geschafft: Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche Lothringen ist gerettet. Die Bochumer Wirtschaftsentwicklung hat eine private Investorengruppe gefunden, die die Immobilie im Bestand sanieren will. Zwölf Millionen Euro sollen in die Hand genommen werden, um aus dem historischen Klinkerbau ein kleines Zentrum im Herzen Gerthes zu machen – mit Wohnungen, Büros, einem Café und einer sozialen Begegnungsstätte. Das Geschäft ist bereits unter Dach und Fach. „Am Dienstag wurden die Verträge unterschrieben“, freut sich Rolf Heyer, Geschäftsführer der Bochum Wirtschaftsentwicklung.

Bürger haben ihr Ziel erreicht

Denn es wurden schon mehrere Anläufe unternommen, einen Investor zu finden. „Das Gebäude ist schwierig, weil es aus unterschiedlichen Bauzeiten stammt“, weiß Rolf Heyer. Immer wieder sei etwas angebaut worden. Doch das schreckt den Investor, die Beletage Grundbesitz GmbH, nicht. „Als Architekt habe ich einen Blick für architektonische Rohdiamanten“, sagt Ulrich Michael Plaga. „Und die alte Zechenverwaltung hat enormes Potenzial für Wohnen, Unternehmen und den Stadtteil.“

Seine beiden Mitinvestoren hatte er schnell von der Immobilie überzeugt. „Ich mag altehrwürdige Gebäude“, sagt Jens Dellhofen, der es als seine Pflicht sieht, etwas Zeitgemäßes daraus zu machen. „Wir wollen damit auch zur Belebung des Stadtteils beitragen.“

Neben der anfangs erwähnten Nutzung sieht das Konzept vor, die Immobilie um moderne Anbauten zu erweitern und architektonische Akzente zu setzen, ohne den Charakter des historischen Gebäudes zu zerstören. Das war auch vielen Gerthern wichtig.

Als bekannt wurde, dass Aldi das Grundstück kaufen und das Verwaltungsgebäude zugunsten eines Discounters abreißen lassen wollte, bildete sich in der Bevölkerung Widerstand. 5620 Unterschriften wurden gesammelt und an OB Eiskirch (SPD) übergeben. Das Ziel, den Bau zu erhalten, ist nun erreicht. Dazu führte auch die dreiteilige Workshop-Reihe unter breiter Beteiligung der Bürger, der Stadtverwaltung und der Politik. Gemeinsam wurde über eine Nachnutzung des Verwaltungsgebäudes beraten.

„Wir freuen uns, mit Beletage einen Investor gefunden zu haben, der den Stadtteil nachhaltig stärkt“, sagt Wirtschaftsentwickler Rolf Heyer. „Die Nutzungs- und Umbaupläne fußen direkt auf den Ergebnissen der Workshop-Reihe zur Zukunft Gerthes.“

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