Gedenkfeier

Umstrittene Feier des „DDR-Kabinetts“ kann wohl stattfinden

Vor drei Jahren kam es bei der Gedenkfeier des „DDR-Kabinetts“ an der Castroper Straße zu Protesten. Am Sonntag soll die umstrittene Veranstaltung im katholischen Pius-Heim in Wattenscheid stattfinden.

Vor drei Jahren kam es bei der Gedenkfeier des „DDR-Kabinetts“ an der Castroper Straße zu Protesten. Am Sonntag soll die umstrittene Veranstaltung im katholischen Pius-Heim in Wattenscheid stattfinden.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Die Gedenkfeier des „DDR-Kabinetts“ in Bochum kann offenbar stattfinden. Vom katholischen Sozialdienst gibt es bisher keine Stellungnahme.

Die umstrittene Veranstaltung des „DDR-Kabinetts Bochum“ am Sonntag in Wattenscheid kann offenbar wie geplant stattfinden. Bis Freitagmittag blieb eine Stellungnahme des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM) aus. Er soll sein St.-Pius-Begegnungszentrum für den „Festakt“ bereitstellen.

Wie berichtet, will das an der Harkortstraße privat betriebene DDR-Museum des 69. Jahrestages der DDR-Gründung im St.-Pius-Heim an der Stresemannstraße gedenken. Das wird vom SKFM Wattenscheid betrieben. Erst auf Anfrage der WAZ und des ehemaligen Ratsmitglieds der Linken, Ralf Feldmann, erfuhr SKFM-Geschäftsführerin Doris Kleibrink, dass der DDR-Verein dahinter steckt. Laut Sozialverband hat Vorsitzender Andreas Maluga den Saal als Privatperson für eine „Kulturveranstaltung“ angemietet. „Von einem ,DDR-Kabinett’ war nie die Rede“, sagt Doris Kleibrink und kündigte am Dienstag eine Prüfung des Mietvertrages an.

Ob die erfolgt ist, blieb bis Freitagmittag offen. Auf WAZ-Anfrage gab es keine offizielle Äußerung des Sozialverbandes.

Lobbyorganisation angekündigt

Das „DDR-Kabinett“ und seine Besucher aus ganz Deutschland wollen am Sonntag ab 10 Uhr in der katholischen Begegnungsstätte zusammenkommen. Angekündigt wird auch in diesem Jahr eine Busgesellschaft aus Berlin, organisiert von der „Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung“ (GRH).

Sie gilt als Lobbyorganisation von Angehörigen der bewaffneten Organe der DDR und anderer DDR-Funktionäre. Der Berliner Verfassungsschutz attestiert dem Verein Feindlichkeit gegenüber der bundesdeutschen Justiz. Politikwissenschaftler sprechen von Geschichtsklitterung und Geschichtsrevisionismus.

Die Caritas als Dachverband des SKFM bekräftigte am Freitag nochmals die rechtliche Eigenständigkeit und Entscheidungsfreiheit des Sozialverbandes – ebenso wie der Stadtdechant für Bochum und Wattenscheid, Michael Kemper. Auch er sieht aktuell zwar keinen Anlass, in das Verfahren einzugreifen. „Wenn er vorher von der Veranstaltung gewusst hätte, hätte er die Vermietung aber nicht unterstützt“, erklärt Sprecher Christian Schnaubelt.

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