Öffentlicher Dienst

Tariferhöhung kostet die Stadt Bochum 8,5 Millionen Euro

Die diesjährige Tarifauseinandersetzung im Öffentlichen Dienst stand ganz im Zeichen von Corona. Große Streikaktionen mussten daher ausfallen. Es blieb bei symbolischen Veranstaltungen, wie hier am 6. Oktober vor dem Rathaus.

Die diesjährige Tarifauseinandersetzung im Öffentlichen Dienst stand ganz im Zeichen von Corona. Große Streikaktionen mussten daher ausfallen. Es blieb bei symbolischen Veranstaltungen, wie hier am 6. Oktober vor dem Rathaus.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Bochum.  Millionen kostet der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst. Allein bei Stadt und Stadtwerken kommen rund zehn Millionen Euro zusammen.

Nach der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst hat die Stadt Kassensturz gemacht. „Wir haben eine vorausschauende Personalplanung, deshalb konnten wir uns auf den Tarifabschluss rechtzeitig vorbereiten“, so Bochums Stadtkämmerin Eva Maria Hubbert. Für die Stadt bedeutet die Tariferhöhung von insgesamt 3,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt, zuzüglich der gestaffelten Einmalzahlungen, geschätzte Mehrkosten in Höhe von rund 8,5 Millionen Euro. Die Summe werde jedoch nicht auf einen Schlag fällig, sondern verteile sich auf drei Jahre.

Gestaffelte Einmalzahlungen

Die Einmalzahlungen fallen umso höher aus, je niedriger die Lohn-/Gehaltsgruppen sind. Es werden 600 Euro (untere Gehaltsgruppe), 400 (mittlere) und 300 (höhere) gezahlt. Diese Einmalprämien erhalten die Mitarbeiter noch in diesem Jahr. Sie schlagen mit rund 1,8 Millionen Euro zu Buche. Da die linearen Tariferhöhungen ebenfalls in zwei Stufen, zum 1. April 2021 mit 1,4 Prozent und zum 1. April 2022 mit 1,8 Prozent, vorgenommen werden, hat die Stadt dafür einmal 2,5 und im Jahr darauf nochmals vier Millionen Euro eingepreist.

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Bezüge der Beamten werden meist angepasst

Wer profitiert nun in der Stadtverwaltung von dem Abschluss? Von den insgesamt rund 5950 Beschäftigten der Stadtverwaltung (Beamte und Angestellte) arbeiten gut 2000 in Teilzeit. Zunächst gilt der Abschluss für die knapp 4700 Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst. Die Bezüge der etwa 1250 Beamten würden in der Regel zeitversetzt angepasst, so erläutert Eva Maria Hubbert.

Stadtwerke „preisen“ ebenfalls die Tariferhöhung ein

Bei den Stadtwerken Bochum sind rund 700 Mitarbeiter beschäftigt, die nun ebenfalls von der Tariferhöhung profitieren. Es handelt sich allerdings dort um einen etwas anderen Tarifvertrag, nämlich den für Versorgungsbetriebe, der jedoch bis auf Kleinigkeiten mit den Beschäftigten woanders vergleichbar ist. Insgesamt kostet das Unternehmen dieser Abschluss 1,4 Millionen Euro. Die Kosten fallen jedoch dort ebenfalls nicht auf einen Schlag an, sondern seien bis 2022 schon in der Personalplanung berücksichtigt.

Betriebsrat erinnert an Solidarität mit Pflegeberufen

Dirk Schröder ist Betriebsratsvorsitzender bei den Stadtwerken. Er meint: „Dieser Abschluss ist für uns in Ordnung. Ich finde es zudem gut, dass die Beschäftigten in Pflegeberufen besonders profitieren. In diesen Zeiten ist Solidarität sehr wichtig.“ Stadtwerkesprecher Kai Krischnak hebt hervor, dass die Mitarbeiter gerade während den Phasen der durch die Pandemie bedingten Einschränkungen durchgearbeitet haben. „Zu keiner Zeit gab es in Bochum irgendwelche Probleme mit der Versorgungssicherheit.“

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