Versuchtes Tötungsdelikt

Verdächtige (17, 28) nach Messerstich auf Syrer (25) in Haft

In der Kortumstraße nahe City-Passage wurden sieben Männer aus Bochum festgenommen.

In der Kortumstraße nahe City-Passage wurden sieben Männer aus Bochum festgenommen.

Foto: Justin Brosch

Bochum.  Ein Syrer (25) ist bei einem Massenschlägerei am Rathaus Bochum durch Messerstiche schwer verletzt worden. Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft.

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Bei einer Massenschlägerei am Technischen Rathaus in Bochum ist ein 25-jähriger Mann durch Messerstiche schwer verletzt worden. Wegen möglicher Lebensgefahr wurde er notoperiert, sein Zustand soll sich inzwischen gebessert haben. Die Kripo hat eine Mordkommission eingerichtet. Auf Antrag von Staatsanwalt Dietrich Streßig wurden zwei Tatverdächtige (17, 28) dem Haftrichter vorgeführt. Seit dem späten Mittwochnachmittag sitzen sie wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in U-Haft. Zugestochen haben soll der 17-Jährige.

Die Bluttat ereignete sich am späten Dienstagabend gegen 22.15 Uhr, wie die Polizei berichtet. Daran beteiligt waren laut Polizei 15 bis 20 Zuwanderer aus Syrien, Afghanistan, dem Libanon und dem Irak. Dabei erlitt ein Mann aus Syrien zwei Messerstiche, einen davon in den Brustbereich. Eine Rettungswagenbesatzung brachte den 25-Jährigen in ein Krankenhaus. Er sei, wie Streßig der WAZ sagt, wohl „ein Zufallsopfer“, indem er sich zwischen andere Streitende gestellt habe. Trotz seiner schweren Verletzungen konnte er am Mittwoch vernommen werden.

Tatmotiv ist noch ungeklärt

Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Dabei konnten die Beamten sieben tatverdächtige junge Männer in der Innenstadt, auch an der Kortumstraße zwischen Bongard- und Brückstraße, festnehmen. Die 16 bis 28 Jahre alten Männer – alle leben in Bochum – wurden ins Polizeipräsidium gebracht und auch noch am Mittwochvormittag von Beamten der Mordkommission verhört. Die MK wird von Kriminalhauptkommissarin Daniela Stiens geleitet.

Das Tatmotiv wurde bisher noch nicht bekannt. Der Streit soll erst nur verbal ausgetragen worden sein und sich dann hochgeschaukelt haben. Hinweise auf organisierte oder Clan-Kriminalität gibt es nach derzeitigem Stand nicht. Streßig: „Wir haben überhaupt keine Erkenntnisse, dass schon länger verfeindete Gruppen aufeinandergetroffen sind.“

Alle sieben Festgenommenen hatten die Nacht im Polizeigewahrsam verbracht. Im Laufe des Mittwochs wurden fünf wieder freigelassen.

Im Laufe des Mittwochs wurde ein achter Verdächtiger festgenommen. Er soll am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

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