Studienbrücke

Studienbrücke bringt ausländische Studenten an die Ruhr-Uni

Sie wollen die Studienbrücke weiter ausbauen (v.l.) Johannes Ebert (Generalsekretär Goethe-Institut), Dr Dorothea Rüland (Generalsekretärin DAAD), Prof Dr Axel Schölmerich (Rektor RUB), Prof Dr Insa Melle (Prorektorin Studium, TU Dortmund), Prof Dr Ulrich Radtke (Rektor Uni Duisburg-Essen).

Sie wollen die Studienbrücke weiter ausbauen (v.l.) Johannes Ebert (Generalsekretär Goethe-Institut), Dr Dorothea Rüland (Generalsekretärin DAAD), Prof Dr Axel Schölmerich (Rektor RUB), Prof Dr Insa Melle (Prorektorin Studium, TU Dortmund), Prof Dr Ulrich Radtke (Rektor Uni Duisburg-Essen).

Foto: RUB Katja Marquard

Bochum.   Die Zahl der Studenten sinkt. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, gibt es die Studienbrücke. Sie fördert in Bochum ausländische Studenten.

Wie Mykhailo Kondratiuk so vor einem steht und erzählt, hört sich das alles ganz leicht an. Mit 18 das Heimatland Ukraine verlassen, in Deutschland studieren. Das sei aber nicht so leicht gewesen, versichert der 22-Jährige.

„Man darf keine Angst haben. Man muss Mut haben“, sagt er in einem sehr guten Deutsch fast ohne Akzent. Und das man für sein Glück kämpfen müsse. Das hat er getan. Er hat allerdings auf seinem Weg aus der Heimat nach Deutschland auch Unterstützung von der Studienbrücke bekommen. Die Studienbrücke ist ein Programm des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen in NRW und Brandenburg und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Herausragende Schüler aus dem Ausland sollen in ihrem Heimatland sprachlich, fachsprachlich und lernkulturell für ein Studium in einem MINT-Fach oder in den Wirtschaftswissenschaften vorbereitet werden, um dann den direkten Studieneinstieg an einer deutschen Hochschule zu erhalten.

Programm in weiteren Ländern ausbauen

In der vergangenen Woche unterzeichneten Vertreter der Universitätsallianz Ruhr, zu der auch die Ruhr-Uni gehört, des Goethe-Instituts und des Austauschdienstes eine Absichtserklärung. Sie wollen das Programm in weiteren Ländern ausbauen und zusätzliche Partnerhochschulen gewinnen. Sie wollen weitere Schüler davon überzeugen, in Deutschland zu studieren und sich für den hiesigen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Schüler wie Mykhailo Kondratiuk.

Er hat bereits seinen Bachelor in Chemie, aktuell ist er im Master-Studium, später will er promovieren, Doktor der Chemie werden, „ein qualifizierter Chemiker“, wie er selber sagt. Die Frage, ob er dann in Deutschland bleibt, kann er noch nicht beantworten. Aber irgendwie sei es unfair, wenn er nach Ende des Studiums direkt wieder nach Hause gehen würde. Er war 2015 einer der ersten Teilnehmer im Programm. Er selber schätzt seine Leistungen im Rückblick als gar nicht mal so herausragend ein. „Okay, ich habe in der Ukraine an Chemie-Olympiaden teilgenommen und gut abgeschnitten.“ Aber seine Familie hätte Sprachkurse nicht finanzieren können. Er wurde schließlich vom Goethe-Institut ausgesucht, erhielt ein Stipendium, ging nach Deutschland. Trotz des Stipendiums sei das Geld das größte Problem gewesen, sagt er.

Investition in internationalen Bildungsaustausch

Die Studienbrücke sei ein nachhaltiges Programm für die Förderung internationaler Bildungsbiografien und die Gewinnung von Fachkräften, sagte Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts bei der Unterzeichnung der Erklärung. „Das Programm ist eine wichtige Investition in den internationalen Bildungsaustausch. Die Zahl der Studenten an Deutschlands Universitäten sinkt, Fachkräfte fehlen. Deshalb bündeln wir mit der Studienbrücke ihre Kompetenzen und ermöglichen jungen qualifizierten Menschen aus dem Ausland einen direkten Weg zum Studium in Deutschland.“

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