Univercity

Studentische „Hütte des Wissens“ eröffnet in Bochum-City

Katharina, Nina und Anna von der studentischen Kultur-Initiative Boskop vor der „Hütte des Wissens“.

Katharina, Nina und Anna von der studentischen Kultur-Initiative Boskop vor der „Hütte des Wissens“.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Der Innenhof der „Uhle“ am Dr.-Ruer-Platz wurde zu einem Mini-Garten. In einem Holzhäuschen kann man fortan kostenlos Bücher leihen und tauschen.

Rosa Luftballons, Liegestühle, Biergarten-Atmosphäre: Die Eröffnung der „Hütte des Wissens“ nebst kurz geschorenem, satt grünem Rasen geriet gestern zu einem vergnüglichen Sommer-Event. Die Passanten in der Innenstadt staunten.

Mit der „Hütte des Wissens“ hat sich das Netzwerk „Univercity Bochum“ etwas Besonderes einfallen lassen. Bochum ist mit seinen 57.000 Studierenden eine bunte Hochschulstadt und hat als Studien- und Arbeitsstandort viel zu bieten. Um Einblicke in die Wissens- und Studienlandschaft zu geben, präsentieren sich die sechs Universitäten nun mitten in der Stadt, am Dr.-Ruer-Platz.

Kultur und Veranstaltungen

Dafür wurde der Platz neben dem Ex-Restaurant „Uhle“ – heute Veranstaltungsort „Kultur-Uhle“ – mit Rasen eingesät. „Mit einer Sitz- und Liegefläche mitten in der Fußgängerzone laden wird zum Verweilen ein“, so Sarah Köthur, Projektmanagerin bei BO-Marketing. Das Unternehmen bildet im Auftrag der Stadt mit den Unis den „Univercity“-Verbund. Die Hütte und der kleine Garten sollen fortan von den Hochschulen bespielt werden. „Studierenden-Gruppen und Hochschulmitarbeiter werden in den nächsten Wochen und Monaten mit Beratungsangeboten, Forschungsthemen und studentischer Kultur hier zu sehen sein“, so Köthur.

Die „Hütte des Wissens“ ist, wie die „Kultur-Uhle“, nur auf Zeit an dem Standort geduldet. Bekanntlich soll die Ecke Dr.-Ruer-Platz/Huestraße mit einem Neubau komplett umgestaltet werden. Das Bauvorhaben der Sparkasse ist baurechtlich längst auf dem Weg, wahrscheinlich im nächsten Frühjahr rücken die Bagger an. Spätestens dann müssen die „Hütte“ und die „Uhle“ weichen.

Angebote auf Zeit

Das Temporäre ist aber in diesem Fall gerade das Eigentliche. Denn mit seinem Programm „Tapetenwechsel“ bespielt Bochum Marketing leerstehende City-Räumlichkeiten auf Zeit, um neue Angebote zu schaffen, aber auch, um zugeklebte, uncharmante Fensterfronten zu vermeiden. So wurde zuletzt ein Ladenlokal auf der Kortumstraße mit einer James-Bond-007-Ausstellung bestückt, die viele Besucher hatte. Demnächst folgt die Muntermachung des gammeligen Klo-Häuschens am Schwanenmarkt durch Akteure der Evangelischen Hochschule.

Zurück in die City: Dem frisch gestrichenen alten „Uhle“-Holzhäuschen wurde der Name „Hütte des Wissens“ aus gutem Grund verpasst. „Sie dient ab sofort als kunterbunter Bücherschrank für jedermann“, erläutert Projektmanagerin Köthur. In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei können hier Bücher, DVDs und CDs entnommen oder getauscht werden. Kostenlos, versteht sich.

Neue Bücherecke

Die Bude soll regelmäßig geöffnet sein, eine dauerhafte Anwesenheit von Personal ist aber nicht vorgesehen. „Wir bauen darauf, dass die Bochumer/innen sorgsam mit dem Angebot umgehen“, sagt Köthur. Es sei schließlich eine neue Bücherecke, die von ihnen selbst bestückt werden kann – mit „ausgelesener“ Lektüre, die im heimischen Bücherschrank übrig ist.

Infos, Gespräche, Getränke

Bei der Eröffnung der von dem Illustrator Simon Höfer in den Farben des Univercity-Netzwerks Pink, Blau und Gelb gestalteten Hütte wurde gestern viel geboten: Infos, Gespräche, Getränke und eine Upcycling-Werkstatt, in der Jung und Alt aus vermeintlichem „Müll“ schöne Vasen, Portmonees oder Deko-Stücke basteln konnten. Für Musik sorgte Singer/Songwriter Joël-João.

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