Anwohnerbeschwerden

Stadt Bochum sperrt Fußballplatz in Weitmar wegen Lautstärke

Sportplatz gesperrt: Der SC Weitmar 45 muss bis einschließlich Sonntag auf seine Anlage verzichten. Ein Schreiben der Stadt ist eingegangen. Die Verwaltung reagiert mit der Sperrung auf Anwohnerbeschwerden. Foto:Mustafa Balci

Sportplatz gesperrt: Der SC Weitmar 45 muss bis einschließlich Sonntag auf seine Anlage verzichten. Ein Schreiben der Stadt ist eingegangen. Die Verwaltung reagiert mit der Sperrung auf Anwohnerbeschwerden. Foto:Mustafa Balci

Bochum-Weitmar.   Bis Sonntag dürfen die Fußballer des SC Weitmar 45 nicht auf ihren Platz. Anwohner haben sich beschwert. Die Stadt reagiert – auch bei Facebook.

Ein Facebook-Post des SC Weitmar 45 liefert den Bochumer Facebook-Nutzern ordentlich Diskussionsstoff. „Die Sportanlage bleibt bis einschließlich Sonntag, 15. Juli, geschlossen“, heißt es dort. Der Grund sei ein Schreiben der Stadt Bochum, das dem Verein am Dienstag zugestellt worden sei – „der Höhepunkt eines jahrelangen ‚Streits‘ mit einigen wenigen Nachbarn“. Es sei zu laut an und um die Sportanlage.

Der Verfasser des Postings – und Kapitän der ersten Seniorenmannschaft – Dennis Berg, sagt: „Wir stehen mitten in der Saisonvorbereitung. Ich kann das nicht nachvollziehen.“ Es sei trotz der abgelaufenen Saison also keinesfalls so, dass die fast insgesamt 20 Mannschaften des SC Weitmar 45 nicht trainieren würden.

Lautstärke ist Grund für Anwohnerbeschwerden

Offenbar geht es bei der Sperrung des Sportplatzes am Waldschlösschen um die Lautstärke, die beim Fußballspielen entsteht. Aber, so Berg: „Das geht halt nicht ohne.“ Der Vorwurf von ihm richtet sich an die Stadt: „Die Stadt beugt sich nun diesen Beschwerden und sperrt unsere Platzanlage.“ Dabei habe man schon alles versucht, die Nachbarn möglichst wenig zu stören.

Berg: „Ganz nach unserem Leitbild ,Unser Ziel und Ansporn muss es immer sein, einen bleibenden positiven Eindruck nach außen zu hinterlassen, unabhängig vom Ausgang eines Spiels’ haben wir auch versucht, ein guter Nachbar zu sein, indem wir schon lange auf Lautsprecherdurchsagen, Tormusik oder Betrieb auf der Anlage nach 22 Uhr verzichten.“

Stadt Bochum will einer Klage vorbeugen

Sein Beitrag ist innerhalb kürzester Zeit mehr als 130 Mal geteilt worden, 155 Facebook-Nutzer reagierten darauf und rund 100 Kommentare finden sich darunter. (Stand Dienstag, 17.30 Uhr). Das blieb auch bei der Stadt nicht unbemerkt. Stadtsprecher Thomas Sprenger sah sich wegen der Wellen, die das Posting schlug, offenbar gezwungen, öffentlich auf die Beschwerde zu reagieren – und wurde für diesen Schritt von Nutzern gelobt.

In der größten Bochumer Facebook-Gruppe bezog er für die Stadt Stellung: „Unser Ziel ist es, eine dauerhafte Sperrung des Platzes zu verhindern. Offenbar haben wir mit der zeitlich begrenzten Sperrung des Platzes aber nicht zu einer Beruhigung der Situation beitragen können.“

Stadt habe zwei Interessenlagen im Blick

Die Stadt, so Sprenger weiter, habe zwei Interessenlagen im Blick. Die der Vereine und die der Anwohner. Es gebe wegen des Streits auch eine Lösung: „Mit den Vereinen haben wir eine einvernehmliche Lösungen gefunden, dass zu bestimmten Uhrzeiten die Bälle nicht mehr auf das Fußballtor hin zur Liebermannstraße geschossen werden.“ Ein Schild hinter diesem Tor weise darauf hin. Sprenger: „Leider haben sich nicht alle daran gehalten.“

Die vorübergehende Sperrung des Platzes habe die Stadt nun ausgesprochen, um zu verhindern, dass es zu einer Klage kommt und die Anlage dann möglicherweise auf Dauer gesperrt werden müsse.

Auf Facebook sieht eine Nutzerin die aktuelle Entscheidung der Stadt mit Blick auf die Zukunft und auch andere Vereine kritisch: „Wenn die ersten Bewohner mit ihren, meiner Meinung nach überzogenen Beschwerden, nun den normalen Spiel- und Trainingsbetrieb beeinflussen können, sehe ich schwarz für alle Vereine, die sich um unsere Jugend bemühen.“

Auch Jugendtrainer Andreas Wos reagiert mit Fassungslosigkeit: „Ich weiß nicht, wie ich nun meinen Jungs und Mädels beibringen soll, dass sie vorerst keinen Sport mehr machen dürfen.“

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