Polizei

SEK stürmt Wohnung eines Wattenscheiders (21) wegen IS-Video

Ein Spezialeinsatzkommando stürmte die Wohnung.

Ein Spezialeinsatzkommando stürmte die Wohnung.

Foto: Boris Roessler

Wattenscheid.   Die Polizei hat die Wohnung eines Wattenscheiders gestürmt. Er hatte mit einer Machete im Netz posiert und ein IS-Hinrichtungsvideo verbreitet.

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hat bereits Anfang April die Wohnung eines Wattenscheiders (21) gestürmt, weil der nach Polizeiangaben unter anderem ein brutales Hinrichrichtungsvideo des selbst ernannten „Islamischen Staates“ verbreitet haben soll.

Der 21-Jährige soll außerdem auf Fotos in sozialen Netzwerken mit einem Gewehr und einer Machete posiert haben, so teilt es die Polizei erst jetzt mit. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung sei der Staatsschutz auf den jungen Mann aufmerksam geworden.

„Das waren doch keine echten Waffen“

Als das SEK die Wohnung gestürmt hatte, rechtfertigte sich der 21-Jährige mit den Worten: „Das waren doch keine echten Waffen.“ Das Gewehr, eine originalgetreue Attrappe habe er sich nur für das Foto ausgeliehen.

Die Polizei nahm die Machete, zwei Handys und weitere Speichermedien zur Auswertung mit. Der Wattenscheider ist weiter auf freiem Fuß. „Wir gehen nicht davon aus, dass er eine Gefahr für die Bevölkerung darstellt“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte. „Wir sehen das als Präventionsarbeit.“ Die Ermittlungen wegen „des illegalen Waffenbesitzes und des Verdachts der Gewaltdarstellung laufen.

Ähnlicher Fall: Mann posiert mit Waffen-Attrappen

Einen ganz ähnlichen Fall im Zuständigkeitsbereich des Bochumer Polizeipräsidiums hatte es im Oktober 2015 gegeben. Auch dort hatte ein junger Mann (20) auf Fotos mit Waffen – in dem Fall der Attrappe einer Maschinenpistole und einer Handgranate - posiert. Ein Nachbar meldete das der Polizei.

SEK Essen rüstet mit neuem Panzerwagen auf
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Das SEK stürmte damals ebenfalls die Wohnung des 20-Jährigen und stellte die Waffen-Attrappen sicher. „Auch Experten hätten das Sturmgewehr auf den ersten Blick nicht als Softairwaffe erkannt“, sagte Polizeisprecher Volker Schütte damals.

Gegen den jungen Mann wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts gegen das Kriegswaffenkontrollgesetzt eingeläutet.

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