Prozess

Schutzgeld, Rotlicht, Messerangriff: Drei Männer vor Gericht

Alle Angeklagten werden aus der U-Haft in den Gerichtssaal geführt.

Alle Angeklagten werden aus der U-Haft in den Gerichtssaal geführt.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Bochum.   Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke auf einen 25-Jährigen vor einem Bordell müssen drei Männer vor Gericht. Es geht um Schutzgeld.

Schutzgeld-Erpressung, Rotlicht-Milieu – und eine überfallartige, fast tödliche Messerattacke. Darum geht es am kommenden Freitag (5. Juli) vor dem Bochumer Landgericht. Dann sitzen drei Männer (23, 26, 32) wegen versuchter räuberischer Erpressung auf der Anklagebank.

Die Bluttat ereignete sich am 14. September gegen 22.40 Uhr an der Lorheidestraße in Wattenscheid. Zwei Männer warteten in einem Auto gegenüber einem Bordell. Plötzlich erschienen weitere Männer in einem BMW X 6 mit Herner Kennzeichen und einem weiteren BMW, wie die Kripo damals berichtete. Aus beiden Autos sollen dann mehrere Männer ausgestiegen sein, die Scheiben des geparkten Autos zertrümmert und den Fahrer und den Beifahrer herausgezerrt und verprügelt haben.

Notoperation rettete das Leben

Im Kampf auf offener Straße mit Schlagwerkzeugen und Messern erlitt der Beifahrer, ein 25- jähriger Rumäne, laut Anklage eine zehn Zentimeter tiefe Schnittverletzung im Unterbauch. Er schwebte in Lebensgefahr. Nur dank einer Not-OP hat der Mann überlebt. Der Fahrer kam mit Blutergüssen davon.

Die Angreifer in ihren Wagen flüchteten in Richtung Wattenscheid-Innenstadt. Drei Verdächtige konnten später gefasst werden – die jetzt Angeklagten. Einer wurde am 9. Oktober in Italien festgenommen, die anderen am 18. und 21. Februar in Deutschland. Alle sitzen in U-Haft. Zwei schweigen, der dritte streitet die Vorwürfe ab.

Zwölf Sitzungstage bis in den September hinein

Laut Anklage sollen sie sogenanntes „Schutzgeld“ von den beiden anderen Männern verlangt haben. Hintergrund soll die Arbeit von Prostituierten in dem Saunaclub gewesen sein, deren Zuhälter die Männer sein sollen. Sie sollen sich geweigert haben, das Schutzgeld zu zahlen.

Die 1. Strafkammer hat zwölf Sitzungstage bis 17. September angesetzt. Der Prozess wird wohl viele Erkenntnisse über Vorgänge und Machenschaften im Rotlicht-Milieu ans Licht bringen.

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