Dr.-Ruer-Preis

Schüler sollen sich mit jüdischem Leben in Bochum befassen

Als Zeichen der Solidarität formierten Hunderte Bürger im Oktober eine Menschenkette um die Bochumer Synagoge. Nun ruft die Jüdische Gemeinde Schulen auf, sich mit dem jüdischen Leben in der Stadt zu beschäftigen.

Als Zeichen der Solidarität formierten Hunderte Bürger im Oktober eine Menschenkette um die Bochumer Synagoge. Nun ruft die Jüdische Gemeinde Schulen auf, sich mit dem jüdischen Leben in der Stadt zu beschäftigen.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das jüdische Leben sollen Schüler ab Klasse 7 dokumentieren. Beim Dr.-Ruer-Preis der Jüdischen Gemeinde können sie bis zu 1000 Euro gewinnen.

Bedrückende Aktualität gewinnt seit dem versuchten Anschlag auf die Synagoge in Halle die Frage, ob und wie Schulen mit dem jüdischen Leben in Deutschland umgehen. Der Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde will Jugendliche bewegen, die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen und dem aufkeimenden Antisemitismus entschieden zu begegnen: In diesen Tagen wird erneut zur Teilnahme am Dr.-Otto-Ruer-Preis aufgerufen.

Seit 2014 wird der Wettbewerb alle zwei Jahre für Schüler ab der 7. Klasse im Gemeindegebiet Bochum, Herne und Hattingen veranstaltet. Der Preis ist nach dem jüdischen Bochumer Oberbürgermeister von 1925 bis 1933 benannt, der von den Nazis aus dem Amt gedrängt und in den Tod getrieben wurde.

Gewinnerschule erhält jetzt 1000 Euro

Texte, Fotos, Videos, Reportagen, Hörspiele, Theaterstücke oder Computerdarstellungen: Vielfältige Darstellungsformen sind erlaubt und willkommen, um gelebte jüdische Kultur in den drei Städten zu dokumentieren. „Sei es Literatur, Kunst, Musik, Sprache, Religion, Film, Fotografie, Architektur, Sport oder Küche“, wirbt der Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde mit seinen rund 300 Mitgliedern.

Der Preis 2020 wird nochmals aufgewertet. Die Siegerschule erhält jetzt 1000 Euro (zuvor 750). Vier weitere Schulen gewinnen 500, 300 und zweimal 200 Euro. „Besonders freuen wir uns, dass erstmals die drei Stadtspitzen als Nachfolger von Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert die Schirmherrschaft übernommen haben: Thomas Eiskirch in Bochum, Frank Dudda in Herne und Dirk Glaser in Hattingen. Alle schreiben ,ihre’ Schulen an und laden zur Teilnahme ein“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises, Herwig Niggemann, und hofft, dass deutlich mehr Schulen als in den Vorjahren dem Aufruf folgen.

2018 landete ein Rap-Video auf Platz 1

2018 ging der Hauptpreis an den Religionskurs der Klasse 9 der Bochumer Graf-Engelbert-Schule. 24 Schüler hatten ein Rap-Video zur Jüdischen Kultur gedreht – gespickt mit feststehenden Begriffen aus dem Jüdischen wie Knast, Kaff, baff,Tinnef, koscher, Tacheles, meschugge und vermasseln.

Abgabefrist ist am 2. März 2020. Die Preisverleihung ist am 3. Mai in der Bochumer Synagoge vorgesehen. Alle Infos auf www.freundeskreisbochumersynagoge.de.

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