Tag im Park

Rund 7000 Besucher lassen es sich im Stadtpark gut gehen

Schauspielerin Veronika Nickl singt zu Eröffnung ein Stück aus der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak.

Foto: Ingo Otto

Schauspielerin Veronika Nickl singt zu Eröffnung ein Stück aus der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Beim „Tag im Park“ von Schauspielhaus, Museum und Bosy regiert der Müßiggang. Es wird gemalt, musiziert, flaniert – oder einfach entspannt.

Keine andere Open-Air-Veranstaltung ist so entspannt, geschmackvoll und unaufdringlich wie diese: Beim „Tag im Park“, den Museum, Schauspielhaus und Symphoniker am Sonntag wieder im Stadtpark auf die Beine stellten, geht es schlicht um die Muße und um ein paar Stunden des Müßiggangs.

Damit unterscheidet sich der „Tag im Park“ von den anderen, dröhnenden Veranstaltungen wie etwa jenen am Kemnader See, bei denen man immer das Gefühl hat, der ganze See würde unter der Last des Partyvolks ächzen, das da auf ihn zurollt. Der „Tag im Park“ geht behutsam und respektvoll mit seinem Schauplatz, dem Stadtpark, um. Bierstand und Würstchenbude sucht man vergebens. Statt Currywurst gibt es Äpfel und Wassermelone. „Ich glaube, da hinten haben sie auch nur Brezeln“, seufzt ein Besucher etwas irritiert. Er hatte sich den „Tag im Park“ wohl feudaler vorgestellt.

Familienausflug auf Picknickdecke

Echte „Tag im Park“-Profis hingegen bringen ihre eigene Picknickdecke mit und machen es sich auf der großen Wiese gemütlich. So wie Familie Warmeling, die jedes Jahr kommt und ihren eigenen Korb mitgebracht hat: Käse, Trauben, etwas Weißwein. „Leben wie Gott in Frankreich“, strahlt Vater Warmeling, während seine Söhne bereits in den Tiefen des Parks unterwegs sind, wo es schließlich eine Menge zu erleben gibt.

Denn tatsächlich haben sich die drei städtischen Kultureinrichtungen wieder ein buntes Programm für die Besucher überlegt, bei dem sich niemand unter Niveau amüsiert. Überall rund um den großen See ist für Jung und Alt etwas los: Da wird im Freiluft-Atelier gemalt, da werden Buden gebaut, da lädt das Junge Schauspielhaus zur munteren Schnitzeljagd ein.

Fragen im „Haus der Kindheit“

Es gibt geschichtliche Führungen durch den Park ebenso wie eine kleine Baumschule mit einem Vertreter der Naturschutzorganisation „Nabu“. Besonders schön: Im „Haus deiner Kindheit“ kann man Fragen über sein Leben beantworten und diese an große Holzrahmen heften. „Was wolltest du früher gerne werden?“, lautet eine der Fragen. Einleuchtende Antwort von Parkbesucher Marc: „Papst!“

Eröffnet wurde der „Tag im Park“ um 15 Uhr mit der traditionellen Ouvertüre am See. Schauspielerin Veronika Nickl und Mitglieder der Symphoniker spielen beschwingt Stücke u.a. aus der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak. Die Klänge sind weit über die Bergstraße hinaus zu hören und finden Beifall bei den entspannten Besuchern.

Letztes Jahr musste das Fest abgesagt werden

Der „Tag im Park“ ist nicht nur eines der schönsten Feste der Stadt, sondern gewiss auch eines der sensibelsten. Denn kaum eine andere Veranstaltung fiel schon so oft dem schlechten Wetter zum Opfer. Erst im letzten Jahr musste der Tag wegen Gewitter abgesagt werden. Doch am Sonntag – so scheint es – ging alles glatt.

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