Mark 51/7

Ruhr-Uni mietet sich im Bochumer O-Werk ein

Die Ruhr-Universität Bochum wird sich auf der Hälfte des O-Werks, der früheren Opel-Verwaltung im Stadtteil Laer, einmieten. Schon nächstes Jahr will der Besitzer, die Aachener Landmarken AG, mit dem aufwändigen Umbau des Gebäudes fertig sein.

Die Ruhr-Universität Bochum wird sich auf der Hälfte des O-Werks, der früheren Opel-Verwaltung im Stadtteil Laer, einmieten. Schon nächstes Jahr will der Besitzer, die Aachener Landmarken AG, mit dem aufwändigen Umbau des Gebäudes fertig sein.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Universität bezieht die Hälfte des früheren Opel-Verwaltungsgebäudes in Bochum. Auf 5500 Quadratmeter entsteht die RUB-Akademie und vieles mehr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Katze ist aus dem Sack. Die Ruhr-Universität mietet die Hälfte des früheren Opel-Verwaltungsgebäudes in Bochum-Laer und wird damit zum Hauptmieter der Landmarken AG. Der Aachener Immobilienentwickler hatte das unter Denkmal gestellte Gebäude in diesem Jahr gekauft und will dort 25 Millionen Euro investieren. Schon im kommenden Jahr sollen dort die ersten Mieter einziehen. Nächste Woche Donnerstag werden Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der Ruhr-Universität Bochum, und Norbert Herrmanns, Geschäftsführer der Landmarken AG, im sogenannten O-Werk den Mietvertrag unterzeichnen.

Die Ruhr-Uni wird wenige Kilometer Luftlinie vor ihrem Campus entfernt ihre Transferaktivitäten in Laer bündeln. Auf etwa 5500 Quadratmetern werden unter anderem das Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Transformation (CEIT) der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, die Akademie der RUB sowie das Zentrum für angewandte Pastoralforschung (ZAP) einziehen. Über zwei Etagen hinweg wird ein „Maker Space / Fab-Lab“ eingerichtet – Fab-Lab steht für Fabrication Laboratory, eine offene Hightech-Werkstatt. „Damit stellt die RUB viel Raum für praxisbezogene Lehrformate zur Verfügung und unterstützt Studierende aller Fachrichtungen auf ihrem Weg zur Unternehmensgründung“, so Uni-Sprecher Jens Wylkop.

40 Monate nach dem Ende der Autoproduktion wächst damit das Gewerbegebiet Mark 51/7, wie das ehemalige Opel-Werksgelände mittlerweile heißt, um einen weiteren Baustein. Hinter dem Gebäude entsteht derzeit ein Megapaketzentrum des Logistikers DHL. Vor der Immobilie sind zwei weitere Flächen an Investoren verkauft, einer davon ist der Technikdienstleister Dekra. In direkter Nachbarschaft soll auf dem zweiten Bauabschnitt noch in diesem Jahr mit dem Abriss des Presswerks, der noch verbliebenen größten Produktionshalle in Laer, begonnen werden.

Als Boarding-Haus, als Quartier für Wissenschaft, Technologie und Unternehmensgründung, möchte die Landmarken AG die in den 1960er Jahren erbaute Immobilie entwickeln. Die Gebäudehülle wird erhalten bleiben, aber neue Frische bekommen, wie es schon vor einigen Monaten hieß. Innen kündigt der Projektentwickler eine Hightech-Ausstattung für seine Mieter an, die aus Bochum und aus der gesamten Region stammen, wie Landmarken-Chef Norbert Hermanns unlängst gegenüber der WAZ sagte. Und: „Das Projekt hat sich gut entwickelt. Die Idee war genau das Richtige, ein Zeichen der Vergangenheit zu erhalten und in etwas Modernes für die Zukunft zu transferieren.“ Daher passe auch der Name O-Werk sehr gut.

Die Aachener haben Erfahrung mit der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Sie hatten sich in einem Bieterverfahren durchgesetzt. Landmarken-Chef Herrmanns hatte 2016 erstmals bei der Immobilienmesse Mipim im französischen Cannes am Stand der NRW-Städte Fotos von dem Gebäude gesehen hat. „Da habe ich mir gedacht, daraus können wir etwas machen.“ Über den Kaufpreis für das 23 000 Quadratmeter umfassende Grundstück mit 12 000 Quadratmeter Mietfläche hatten die Entwicklungsgesellschaft Bochum Perspektive 2022 als Verkäufer und der Käufer keine Angaben gemacht. Er dürfte bei mehreren Millionen Euro liegen.

Ende 2014 war ein Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass die Immobilie mit der eindrucksvollen Rotunde ein denkmalgeschützter Bau sei. In den Reihen von Politik und Verwaltung war die Unterdenkmalstellung damals heftig kritisiert worden. Sie, so hieß es, würde die Entwicklungschancen des Areals hemmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (6) Kommentar schreiben