Orgel-Jubiläum

Ruhr-Uni Bochum feiert ihre „Königin der Instrumente“

Die Klais-Orgel im Großen Hörsaal der Ruhr-Uni bietet immer wieder einen imposanten Anblick. Links die Leinwand, auf der am Montag der Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“ gezeigt wird.

Die Klais-Orgel im Großen Hörsaal der Ruhr-Uni bietet immer wieder einen imposanten Anblick. Links die Leinwand, auf der am Montag der Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“ gezeigt wird.

Foto: Jürgen Theobald

Bochum.   Die Ruhr-Uni feiert den 20. Geburtstag ihrer Orgel mit Konzerten und einer Stummfilmpremiere. Auch der Orgelwurm Willibald schaut vorbei.

Die Orgel der Ruhr-Universität wird 20 Jahre alt. Der runde Geburtstag wird am Wochenende groß gefeiert. Natürlich erhebt die „Königin der Instrumente“ dabei auch selbst ihre Stimme.

Konzerte, eine Orgelführung und eine Stummfilm-Premiere umfassen die Jubiläumsaktivitäten am Samstag (13.) und Montag (15). „Wir haben uns für eine Programmfolge entschieden, die auch Menschen anspricht, die nicht so mit der Orgelmusik vertraut sind“, so Universitätsmusikdirektor Nikolaus Müller. Aus gutem Grund: Im Gegensatz zu den auf religiöse Zwecke ausgerichteten Instrumenten in den Kirchen ist die Orgel der Universität ein Instrument des öffentlichen Raumes – und somit eine Orgel „für alle“. Zugleich ist sie ein Alleinstellungsmerkmal der RUB: „Es gibt keine andere Universität, die sich so ein großartiges Instrument leistet“, so Müller.

Technisches Wunderwerk

„Großartig“ ist der eine Begriff, „groß“ wäre ein anderer: Tatsächlich gerät man immer wieder ins Staunen, wenn man das gepflegte Instrument – vor drei Jahren erfolgte eine Total-Renovierung – beim Eintritt in den Audimax erblickt. Wuchtig, golden und ehrfurchtgebietend reckt sich die Orgel in die Höhe; tatsächlich ist sie die größte in NRW. Das Instrument erklingt seit 1998 bei Konzerten und feierlichen Anlässen. Zum 20. Geburtstag wird nun ihr breites klangliches Spektrum präsentiert. „Das Jubiläumsprogramm richtet sich an Familien und alle Interessierten, aber natürlich kommen auch Liebhaber von Orgelmusik auf ihre Kosten“, sagt Nikolaus Müller.

Dass das Riesen-Instrument nicht bloß ein perfekter Klangkörper, sondern auch ein handwerkliches Meisterwerk ist, können Kinder ab sechs Jahren am Samstag um 15 Uhr erfahren. Das Organistenpaar Anne-Katrin und Manuel Gera entführt die Besucher mit dem „Orgelwurm Willibald“ in die Klang- und Erlebniswelt der Orgel. Ein weiteres Highlight dürfte die Orgelführung mit Björn-Daniel Reich sein (19 Uhr). Der Orgelbauer war als Geselle beim Aufbau des Instruments beteiligt und hat die Orgel 2015 saniert und neu gestimmt. Gemeinsam mit Organist Wolf-Rüdiger Spieler präsentiert er das Instrument und gibt Einblicke in das technische Wunderwerk.

Wagner, Strauß und Bach werden gespielt

Am Samstag ab 16.30 Uhr wird die Orgel dann konzertant zum Klingen gebracht. Vier Organisten – Arno Hartmann, Thorsten Pech, Christian Vorbeck und Wolf-Rüdiger Spieler – stellen die klangliche Vielfalt vor. Sie spielen Improvisationen und Transkriptionen (etwa eine Bearbeitung von Kompositionen Richard Wagners oder des Strauß-Walzers „Wiener Blut“), aber auch Musik, die speziell für Orgel geschrieben wurde, etwa J.S. Bachs „Pièce d’orgue“. Um 20 Uhr sorgen mit dem Essener Domorganisten Sebastian Küchler-Blessing und dem Leipziger Sänger Tobias Berndt zwei weitere Künstler für den Abschluss des Tages.

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