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Ruhr-Hochwasser zaubert in Bochum kleine Seenlandschaft

Hochwasser an der Ruhr in Bochum

Bei Bochum-Stiepel tritt die Ruhr über die Ufer. Die Luftaufnahmen zeigen das ganze Ausmaß des Hochwassers.

Bei Bochum-Stiepel tritt die Ruhr über die Ufer. Die Luftaufnahmen zeigen das ganze Ausmaß des Hochwassers.

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Bochum.   Der Ruhrpegel lag am Freitag bei 5,13 Meter. Normal sind 1,97 Meter. Aber die Wasserspitze soll langsam sinken. Waldwege sind teils verschlammt.

Die Kemnader Brücke ist zurzeit eine vorzügliche Loge: Von dort können Fußgänger – und gefährlicherweise auch Autofahrer – das Schauspiel des Ruhrhochwassers verfolgen. Ufer, Leinpfad und Wiesen sind großflächig überschwemmt, so dass sich eine Seenlandschaft gebildet hat. Es ist zwar kein besonderes Naturereignis, trotzdem zieht es die Blicke magisch an.

Pegel Hattingen für Bochum maßgebend

Der für Bochum relevante Ruhrpegel wird in Hattingen gemessen. Gestern um 11 Uhr betrug der Wasserstand an diesem Pegel 5,13 Meter. „Dies entspricht einem Durchfluss von 402 Kubikmeter pro Sekunde“, sagt Ruhrverbandssprecher Markus Rüdel. Der bisherigen Höchststand des aktuellen Hochwassers hatte die heimische Ruhr aber bereits Donnerstagnacht um 2 Uhr erreicht – bei 5,50 Meter (527 Kubikmeter pro Sekunde). Der mittlere, der normale Wasserstand liegt um ein Vielfacher niedriger bei 1,97 Meter (70 Kubikmeter pro Sekunde).

„Die Pegelstände an der Ruhr werden tendenziell fallen“, sagt Rüdel. „Dieser Trend wird voraussichtlich auch in den nächsten Tagen anhalten, da nur geringe Niederschläge vorhergesagt sind.“ Wann das Wasser den Leinpfad aber wieder preisgibt, ist unklar. Bisher sind sie jedenfalls unbegehbar. Und wer auf die Ruhrauen ausweicht, sollte Gummistiefel anziehen, weil dieses Gelände vollends durchgeweicht ist.

Das nasse Wetter dauert nun schon mehrere Monate fast ohne Pause. Das hat unbefestigte oder nur mäßig befestigte Waldwege in teilweise rutschige Pfützen-Pisten verwandelt. Vor allem Radfahrer, Jogger und Reiter müssen in diesen Tagen gut aufpassen, um sich nicht langzulegen. Einige Stellen sind sogar regelrecht verschlammt.

Kritik am Laubbläser im Laubwald

So zum Beispiel am stark genutzten Zugang zum Weitmarer Holz von der Roomersheide aus. Labrador-Rüde Digo (2) nahm den Schlamm gestern kurz unter die Pfoten. Dreimal am Tag dreht er dort mit seiner Besitzerin Simone Weismantel seine Runde. Mit dem Schlamm haben die beiden aber kein Problem: Er gehört halt zur Jahreszeit – und gut ist. Vielmehr stört seine Besitzerin die stätischen Laubbläser auf den Wegen im Herbst: „Das finde ich befremdlich.“ Und überquellende Mülleimer. „Das finde ich schlimmer als Laub im Wald.“

Gesperrt hat die Stadt keinen Waldweg. Allerdings haben der durchweichte Boden und das Ausbleiben von Dauerfrost dazu geführt, dass der Maschineneinsatz für die Winterarbeiten an den Bäumen eingeschränkt wurde – wegen mangelnder Standsicherheit.

Pontonbrücke wieder freigegeben

  • Das Hochwasser ist für diese Jahreszeit typisch. Die Talsperren haben seit Mittwoch 14 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten und so die Wasserspitze um 20 bis 25 Prozent verringert.

  • Die Pontonbrücke Dahlhausen ist seit Freitag wieder befahrbar. Das Wasser ist wieder ausreichend gesunken. Städtische Bandansage zur aktuellen Situation: 0234/910 19 90.

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