Kommentar

Personalauswahl darf nicht nach Parteibuch gehen

WAZ-Redakteur Thomas Schmitt kommentiert die Neubesetzung im Rechnungsprüfungsamt.

WAZ-Redakteur Thomas Schmitt kommentiert die Neubesetzung im Rechnungsprüfungsamt.

Foto: WAZ

Die Bestellung Martin Stempels zum Chef der Rechnungsprüfer passt ins Bild: Nahezu alle Spitzenposten gehen in Bochum an verdiente Genossen.

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Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) nutzt nahezu jede Gelegenheit, sich öffentlich als Erneuerer unserer Stadt in Szene zu setzen. Superlative gehören zum Alltag, Slogans zum Business. Wissen, Wandel, Wir-Gefühl!

Seine Personalpolitik indes zeigt ihn als Mann von gestern. Wer in seiner Verwaltung was werden will, sollte ein Genosse sein. Mit Ausnahme von Kämmererin Hubbert, die auf dem Ticket der Grünen ins Rathaus kam, greifen sich SPD-Parteijünger die Spitzenposten.

Rechnungsprüfungsamt in rote Hände

Sozialdezernent Kopietz – ein Genosse. Kulturdezernent Dieckmann – ein Genosse. Im engsten Umfeld des OB arbeitet seit Anfang 2016 ein Wahlkampfhelfer Eiskirchs, und der Sprecher des OB im Wahlkampf hat erst in diesem Frühjahr in der SPD-Fraktion angeheuert.

Heute nun kommt das Rechnungsprüfungsamt in rote Hände. Die Abteilung im Rathaus, die mit ihren Berichten zur Betreuung von Flüchtlingen die Koalition zuletzt immer wieder arg in Bedrängnis brachte. Leiter war CDU-Mann Alfons Jost. Vor diesem Hintergrund fällt es schwer, die Wahl Martin Stempels als das objektive Ergebnis einer Bestenauslese zu sehen.

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