Stadtgeschichte

Parkwärterhäuschen am Rechener Park wird abgerissen

Das Parkwärterhäuschen am Rechener Park steht seit vielen Jahren leer und soll  nun abgerissen werden.

Foto: Gero Helm

Das Parkwärterhäuschen am Rechener Park steht seit vielen Jahren leer und soll nun abgerissen werden. Foto: Gero Helm

Ehrenfeld.  Historischer Verein Ehrenfeld wollte dort einen Stadtteiltreff etablieren. Stadt: Weitere Nutzung des Gebäudes nicht vorstellbar.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Parkwärterhäuschen am Rechener Park wird zeitnah abgerissen. Einen Termin gibt es noch nicht, doch fest steht: „Wir halten eine weitere Nutzung leider nicht für möglich“, so Stadtsprecherin Tanja Wißing.

Bis 1993 diente es der Stadt als Depot fürs Grünflächenamt, wenn dessen Mitarbeiter vor Ort zu tun hatten. Seither steht das Gebäude leer und verfällt zusehens. Zuletzt hatte der Historische Verein Ehrenfeld das Haus an der Königsallee zum Stadtteiltreff machen wollen. Doch der Umbau des maroden Gebäudes wäre sehr aufwändig gewesen. Bei 45 000 Euro lag das Spendenziel, das sich der Verein gesteckt hatte. Damit sollte das Haus renoviert werden und der Ehrenfelder Geschichte als kleines Museum eine Heimstätte geben.

Bürgerschaftliches Engagement des Vereins

Historiker Dr. Dietmar Bleidick: „Wir haben uns ein Jahr lang bemüht, Spenden zu akquirieren, um das Häuschen zu retten. Unser bürgerschaftliches Engagement reichte aber einfach nicht aus. Mir blutet jetzt schon das Herz, doch wir müssen uns der Realität stellen.“

Das Gebäude an der Königsallee direkt gegenüber der Graf-Engelbert-Schule gehört zu den ältesten im Ehrenfeld. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet, diente es lange Jahre als En­t­rée zum Rechener Park (früher Südpark) und war früher mit Säulen und Rosenbeeten verziert. Damals diente es auch als überdachte Straßenbahnhaltestelle. Der Park war mit einer Toranlage versehen.

Gebäudefassaden sind voller Graffiti

Die Parkwärter waren für die Aufsicht zuständig und schlossen den Rechener Park bei Sonnenunter- und öffneten ihn bei Sonnenaufgang. Im Krieg wurde es teilweise zerstört und in schlichter Weise wieder aufgebaut. Zwischendurch wurde es als Kiosk genutzt. Heute bietet sich ein trostloser Anblick, die Fassade ist voller Graffiti.

2010 gab es eine Bauvoranfrage für ein Lokal mit kleiner Außengastronomie. Diese Pläne scheiterten an den Protesten von Nachbarn, die Lärm und zuviel Park-Such-Verkehr befürchteten – obwohl, so Tanja Wißing, die Bauvoranfrage positiv beschieden war. „Einen Bauantrag haben wir dann aber nie bekommen.“

Am Standort können keine Parkplätze entstehen

Der Standort hat das Manko, dass keine Parkplätze eingerichtet werden können. Die Verwaltung hatte den Zustand des Gebäudes und die planungsrechtliche Situation geprüft. „Jede Nutzung würde absehbar zu einem baurechtlichen Verfahren führen, bei dem ein positives Ergebnis nicht vorstellbar ist, wegen nachbarrechtlicher Belange, nicht möglicher Stellplatznachweise und der schlechten Anfahrbarkeit“, erklärt Tanja Wißing.

Nach dem Gebäudeabriss soll die Fläche in den Rechener Park integriert werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik