Rückblick

Rückblick: Bürger kritisieren Neubau-Projekt „Gerthe-West“

Auch die Fläche nördlich der Hiltroper Landwehr soll – laut Stadt und Politik moderat – bebaut werden.

Auch die Fläche nördlich der Hiltroper Landwehr soll – laut Stadt und Politik moderat – bebaut werden.

Foto: Hans Blossey

Gerthe/Hiltrop.   In „Gerthe-West“ sollen um die 800 neuen Wohnungen entstehen. Das stößt nicht nur auf Gegenliebe. Politik muss noch Überzeugungsarbeit leisten.

Die über viele Jahre geplante Westumgehung ist vom Tisch. Bebaut werden soll das Gebiet, dass sich vom ehemaligen Kirmesplatz am Castroper Hellweg bis zur Hiltroper Landwehr und von dort Richtung Osten über den Hillerberg bis zur Stadtgrenze an der Sodinger Straße zieht, trotzdem. Ein in den letzten Wochen des Jahres viel diskutiertes Thema.

„Gerthe-West“ hat die Verwaltung das Neubau-Projekt genannt, für das inzwischen die Rahmenplanung steht. Um die 800 neue Wohnungen sollen entstehen, ein durchmischtes Quartier für Zielgruppen aller Einkommensbereiche soll entwickelt werden. Die neuen Wohneinheiten sollen zu jeweils einem Drittel aus Mietwohnungen, Eigentum und öffentlich gefördertem Wohnraum bestehen.

Sorge vor noch mehr Verkehr

Verdichtet bebaut werden könnten nach erster Einschätzung die unbebauten Flächen des ehemaligen Kirmesplatzes gegenüber der Heinrichstraße und Bereiche zwischen der Hiltroper Heide und der Hiltroper Landwehr. Eher aufgelockert wäre die Nutzung von Bereichen zwischen Hillgerberg und Heimatscholle sowie zwischen Sodinger und Holthauser Straße demnach zu planen.

Die Kritik auf die in der Bezirksvertretung Nord vorgestellten Pläne lässt nicht lange auf sich warten. In zahlreichen Leserbriefen melden sich WAZ-Leser zu Wort. Sie befürchten eine Zerstörung der Umwelt, noch mehr Probleme mit Hochwasser und Überschwemmungen und eine weitere Zunahme des Verkehrs im Norden, zu dessen Bändigung ja gerade ein Konzept erstellt wird.

Möglichst wenig Eingriff in die Natur

Da wartet noch viel Überzeugungsarbeit auf die Politik, die Bezirksbürgermeister Henry Donner (SPD) gerne leisten will. „Wir sind nicht scharf darauf, dass alles verbaut wird“, versucht er zu beruhigen. Es müsse so gebaut werden, „dass möglichst wenige Eingriffe in die Natur geschehen“. Es dürfe nichts an Freiflächen verloren gehen, „damit der gesamte Komplex aufgewertet wird“.

Er habe bereits mit Eckart Kröck, den Leiter des Amtes für Stadtplanung und Wohnen, gesprochen, der ihm versichert habe, dass in „Gerthe-West“ keine sechsgeschossige Bebauung vorgesehen sei. „Die Bebauung wird sich dem Umfeld anpassen“, verspricht Henry Donner. Rund 30 Prozent der neuen Häuser würden viergeschossig.

Ideen fließen in Workshops ein

Den Bürgern und Anwohnern stellt der Bezirksbürgermeister ausreichend Einfluss in Aussicht. Donner: „Wir werden das Gebiet in drei Bezirke aufteilen und zu jedem ausführliche Begehungen anbieten und Bürgerversammlungen veranstalten.“ Die Ergebnisse würden dann in Workshops einfließen, mit denen man in Gerthe gute Erfahrungen gemacht habe. In drei Workshops wurden Ideen für die künftige Nutzung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes Lothringen, den Gerther Einzelhandel und schließlich den gesamten Stadtteil gesucht – und teils auch gefunden.

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Weil sich nur wenige Autofahrer an die neuen Verkehrsregeln auf der Hans-Böckler-Straße halten, droht dort nun eine Komplett-Sperrung. Seit Ende der Sommerferien dürfen Autofahrer nur noch aus Richtung Viktoria­straße kommend auf die Hans-Böckler-Straße fahren. Ziel der neuen Regelung ist es, den Verkehr durch parkplatzsuchende Autofahrer zu reduzieren und so die Gegend auch für Fußgänger sicherer zu machen. Politiker nahezu aller Parteien halten den Fahrversuch für gescheitert und kritisieren fehlende Kontrollen. Die Polizei wiederum weist auf die Schwierigkeit hin, „Anlieger-Frei-Zonen“ zu kontrollieren. Ende offen.

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