Kunst

Neue Galerie in Bochum-Linden fördert die Kunst im Ruhrpott

Kunstvolle Porträts von Audrey Hepburn und Robert De Niro zieren die Wände in der Galerie Mausegatt in Bochum-Linden. Galeristin Vera Sbierczik hat hier eine Menge vor.

Kunstvolle Porträts von Audrey Hepburn und Robert De Niro zieren die Wände in der Galerie Mausegatt in Bochum-Linden. Galeristin Vera Sbierczik hat hier eine Menge vor.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Bochum-Linden.  Für Vera Sbierczik geht ein Traum in Erfüllung: Die 35-Jährige hat in Bochum-Linden eine Galerie eröffnet. Mit den Räumen hat sie noch viel vor.

Da dürfte so mancher Lindener beim Vorbeigehen schon neugierig durchs Fenster geschaut haben: In das markante rosafarbene Haus an der Ecke Hattinger Straße / Keilstraße ist neues Leben eingezogen. Wo früher ein Modegeschäft beheimatet war, öffnetet vor wenigen Wochen eine Kunstgalerie ihre Pforten.

Fortan möchte Galeristin Vera Sbierczik hier Bilder und Accessoires für beinahe jeden Geldbeutel anbieten und ihre Galerie Mausegatt nebenbei zu einem beliebten Treff im ganzen Stadtteil machen: „Es wäre doch schön, wenn die Leute einfach ganz zwanglos zum Plaudern vorbei kommen und bei uns eine gute Zeit haben“, meint sie. „Nach Corona gibt’s dazu bestimmt auch einen Kaffee oder ein Glas Sekt.“

Traum von einer eigenen Galerie

Eine eigenen Galerie zu eröffnen: Daran denkt die 35-Jährige schon lang. Vera Sbierczik studierte Kunstgeschichte an der Ruhr-Uni, machte 2013 ihren Master und arbeitete schon bei großen Auktionshäusern wie Sotheby’s in Köln. Ein Volontariat absolvierte sie zudem auf der Zeche Zollverein. Im Hauptjob ist Sbierczik Reiseleiterin: Sie führt Gruppen durch Italien, Irland, Frankreich und Großbritannien und bietet nebenher auch Touren durchs Ruhrgebiet an. „Etwas Kunst und Kultur baue ich in meine Führungen immer mit ein“, erzählt sie.

Denn die Kunst ist Vera Sbiercziks zweite große Leidenschaft. Zwar arbeitet sie selber nicht als Malerin, doch als Kunsthistorikerin weiß sie durchaus, welche Werke einen Wert haben und welche eher nicht. Eine Galerie gewissermaßen als zweites Standbein zu betreiben, schien da für sie nur die logische Folge. „Ich habe lange nach geeigneten Räumen gesucht“, sagt sie. In ihrer Heimatstadt Gelsenkirchen wurde sie nicht fündig. „Und in Düsseldorf sind die Mieten einfach unerschwinglich und die Konkurrenz ist riesig.“

Kunst mit Bezug zum Ruhrgebiet

Da ging ihr Blick nach Linden: In dem wohlgeratenen Stadtteil im Südwesten ist durchaus noch Platz für eine Kunstgalerie. „Und in das Ladenlokal habe ich mich sofort verliebt“, sagt sie. Viel Arbeit steckte sie in die Renovierung der Räume, die sie vor wenigen Wochen unter dem Namen „Galerie Mausegatt“ eröffnete.

Der Name bezieht sich auf einen alten Steinkohleflöz in Witten und Sprockhövel – und er ist nicht zufällig gewählt. Denn Vera Sbierczik ist es ein wichtiges Anliegen, hier Kunst zu zeigen, die sich mit der Geschichte des Ruhrgebiets beschäftigt. „Eine Ruhrgebiets-Galerie zu gründen, finde ich eine schöne Idee“, meint sie. „Dabei soll aber die Kunst im Mittelpunkt stehen und nicht der übliche Ruhrpott-Krimskrams, den man sonst überall bekommt.“

Bilder von Mick Jagger und Robert De Niro

Erste Spuren hinterlassen hat bereits der Lindener Künstler Zoran Panic, der neben dem Porträt eines Bergmanns auch einige großformatige, verblüffend gezeichnete Bilder von Mick Jagger, Robert De Niro und Audrey Hepburn ausstellt, die hübsch anzusehen und natürlich auch käuflich zu erwerben sind. Daneben gibt es u.a. Fotografien von Simone Hilgers, Werke von Ramona Denk oder Glas-Kunst von Regina Buchholz. Von fünf bis etwa 400 Euro reicht die Preisspanne.

Während Vera Sbierczik die ersten Künstler noch selber ansprechen musste, bekommt sie mittlerweile auch zahlreiche Anfragen von Kreativen aus der Umgebung. Scheint fast so, als sei die Galerie ein neuer Kunst-Hotspot im Bochumer Südwesten.

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