Wohnungsbau

Neubaugebiet am ehemaligen Bahnhof Weitmar in Bochum wächst

Das Neubaugebiet Mark'scher Bogen macht Fortschritte. Ein Großteil der  Häuser ist bereits bezogen..

Das Neubaugebiet Mark'scher Bogen macht Fortschritte. Ein Großteil der Häuser ist bereits bezogen..

Foto: Gero Helm

Bochum.   Im Mark’scher Bogen in Bochum sind jetzt viele Häuser bezogen. Bürgerinitiative kritisiert, dass bislang zu wenige Bäume gepflanzt worden sind.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Häuser im Neubaugebiet Mark’scher Bogen sind bis zu 80 Prozent bezogen, wie Jürgen Dassow von der Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Südwest in diesem Jahr erläuterte. Zwar hat die Initiative die Bebauung des Geländes nicht verhindern können, doch nun gilt ihr Hauptinteresse den Ersatzpflanzungen im Ausgleich für den gerodeten Wald.

„Natur auf Zeit“

Dieser fiel im November 2015 dem Bau der 67 Einfamilienhäuser und 21 Eigentumswohnungen zum Opfer. Dr. Peter Gausmann vom Umwelt- und Grünflächenamt erläuterte: „Das Forstamt hatte festgestellt: Der Nordwald war hochwertig und muss kompensiert werden. Der Südwald hingegen gilt als ,Natur auf Zeit’, also ein Biotop, das sich auf einer ehemaligen Industrieflächen entwickelt hat. Dafür müsse laut Forstamt kein Ersatz gepflanzt werden.“

Bäume nur an den Randflächen

Die Stadt bewertet das indes anders: „Die Bäume standen ausschließlich auf den Randflächen, so dass der Investor auch hier Ersatzpflanzungen finanzieren muss.“ Die wollte Eckehard Adams in seiner Heimat Essen-Burgaltendorf vornehmen lassen, doch die Verwaltung winkte ab: Wenn, dann im Umfeld des Bebauungsgebietes.

Das Grünflächenamt ging nun selbst auf die Suche nach geeigneten Flächen und wurde in Linden an der Ettersheide fündig. Dort besitzt die Stadt eine so genannte Ökokonto-Fläche, eineinhalb Hektar groß. Die Stadt hat inzwischen vom Investor das Geld vereinnahmt und will dort Ahorn, Eschen, Eichen und Buchen pflanzen. „Dazu mussten wir den Spontanwuchs, der dort entstanden ist, beseitigen“, so Gausmann.

Grün abholzen, um neues zu pflanzen

Was die Bürgerinitiative Weitmar bedauert: „Das, was an der Ettersheide heranwuchs, war ein Paradies für Bienen, das jetzt verschwunden ist“, sagt Jürgen Dassow. Er kann nicht nachvollziehen, dass Bäume abgeholzt werden, damit neue gepflanzt werden können. Und eigentlich, darauf verweist die Bürgerinitiative, hätte laut Regionalforstamt Ruhrgebiet die Aufforstung der Kompensationsfläche längst passieren sollen. Vor einem Jahr hatte die Verwaltung zugesichert, dass sie im März dieses Jahres beginnen wolle. 7400 Quadratmeter müssen aufgeforstet werden, hinzu kommen notwendige Baumpflanzungen im Neubaugebiet selbst.

Noch in diesem Winter

Das Tiefbauamt hat ein externes Unternehmen beauftragt, noch in diesem Winter die Ersatzbäume in die Erde zu bringen. Der Hinweis der Initiative, die Baumpflanzungen im Umfeld des Neubaugebiets seien unzureichend und dass Bäume eingegangen seien, nahm das Grünflächenamt mit auf den Weg: Der Investor soll für Ersatz sorgen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben