Schloßstraße

Neubau Schloßstraße Bochum: Viel Kritik bei Planvorstellung

Pläne für den Neubau Schloßstraße in Bochum-Weitmar stoßen weiter auf Kritik. Die Stadt erklärt, wie sie Rücksicht auf Umwelt und Verkehr nimmt.

Pläne für den Neubau Schloßstraße in Bochum-Weitmar stoßen weiter auf Kritik. Die Stadt erklärt, wie sie Rücksicht auf Umwelt und Verkehr nimmt.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Weitmar.  Pläne für den Neubau Schloßstraße in Bochum-Weitmar stoßen weiter auf Kritik. Die Stadt erklärt, wie sie Rücksicht auf Umwelt und Verkehr nimmt.

Schnell bildet sich am Mittwochnachmittag (7.) eine Schlange im Kubus im Schlosspark Weitmar. Viele Bürger sind gekommen, um einen Blick auf die Pläne zu werfen, die die Stadt Bochum gemeinsam mit dem Investor Eckehard Adams Wohnungsbau entwickelt hat. Bis zu 270 Wohnungen sollen an der Schoßstraße in Bochum-Weitmar entstehen, darunter mindestens zu 20 Prozent Sozialwohnungen. Die Stadt bietet den Bürgern Informationen über dazugehörige Faktoren wie Umwelt und Verkehr. Von Seiten der Bürger gibt es Kritik.

70 Millionen Euro will Eckehard Adams Wohnungsbau in das Neubaugebiet an der Schloßstraße investieren, entstehen soll ein Mix verschiedener Wohnungen. „Die Größen sollen ungefähr zwischen 35 und 140 Quadratmeter liegen und die Wohnungen sich für Singles, Pärchen, Familien und Ältere eigenen“, so Stefanie Adam.

Neubau Schloßstraße in Bochum-Weitmar: Planung laut Stadt ganz am Anfang

Die Planungen seien noch ganz am Anfang, betonen Stadt und die Firma Adams. So stehe derzeit noch nichts fest, zum Beispiel die Anzahl der Wohneinheiten sei variabel. „Formate dieser Art nutzen wir, um Missverständnis aus dem Weg zu räumen. Viel Ärger beruht auch auf Missverständnissen“, so Birgit Venzke, Abteilungsleiterin im Amt für Stadtplanung und Wohnen bei der Stadt Bochum. An den drei Ausstellungstagen im Kubus sollen die Bochumer Bürger Fragen stellen und gleichzeitig die Möglichkeit haben, Vorschläge und Kritik zu äußern. Die hängen auf einzelnen Tafeln im Kubus aus und sollen zudem online veröffentlich werden.

Kritik – die gibt es viel beim Auftakt der Veranstaltung am Mittwochnachmittag, die auch am Donnerstag und Freitag stattfindet (s. Infobox). „Das geht gar nicht“, sagt Barbara Hennecke-Hackbarth. Seit 60 Jahren wohnt sie in Weitmar, das geplante Neubaugebiet würde „das Stückchen Grün verschandeln.“ Sie plädiert, das Bauvorhaben um mindestens 100 Einheiten zu reduzieren. „Es ist eine Schande für die Landschaft, dass direkt so übertrieben wird“ meint Hennecke-Hackbarth. Zweistöckig wäre noch okay, aber doch nicht fünfstöckig. Zudem fragt sich die Weitmarerin, wo die Autos der neuen Anwohner „auf der kleinen Schloßstraße hinsollen.“

Anwohner wünschen, dass Grünflächen am Schlosspark Weitmar erhalten bleiben

Verkehrschaos will Stefanie Adam mit der Planung für die Neubausiedlung vermeiden. Zwar gesteht sie ein, dass es mehr Autos als bisher gebe. Es sollen aber zum Beispiel Tiefgaragen entstehen, damit die Autos gar nicht erst durch die komplette Siedlung fahren müssen. Zudem hätten Verkehrsmessungen und -berechnungen ergeben, dass Grenzwerte zu den Stoßzeiten lange nicht erreicht würden. Bei der Bebauung wolle die Firma Adam neben dem Bau einer ansprechenden Wohnanlage zudem einen Fokus auf ökologische Aspekte setzen. „Wir als Investor haben da eine große Verantwortung“, sagt Adam.

Das bezweifelt eine Anwohnerin am Mittwoch deutlich. „Mein Wunsch wäre, dass Freiflächen wirklich nur bebaut werden, wenn der Bedarf da ist. In Bochum gibt es so viel Altbestand“, sagt die Frau, die eine Initiative des „Netzwerks für bürgernahe Entwicklung“ unterstützt.

Neubau Schloßstraße: Bochumer können bis 6. November Einwände erheben

Das Netzwerk fordert. die Planungen zur Bebauung der Schloßstraße auszusetzen, solange, bis auch eine Podiumsdiskussion vor Ort möglich ist. „Trotz Corona könnte so ein intensiver Austausch erfolgen, den es nicht gibt, wenn maximal 20 Leute gleichzeitig in den Raum dürften“, sagt Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt vom Netzwerk und verweist auf eine Diskussion zum Rahmenplan „Gerthe-West“ im Ruhrcongress. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung sei allerdings nicht verhältnismäßig, so die Stadt. „Damit trotzdem alles transparent ist, können die Bürgerinnen und Bürger Anmerkungen auf Kärtchen schreiben“, sagt Venzke.

Bis zum 6. November haben Bochumer die Möglichkeit, Einwände zu erheben. Dann geht es an die konkrete Erarbeitung eines abgestimmten Planentwurfs. Sobald es einen Auslegungsbeschluss gibt, folgt eine zweite Veranstaltung, in der die Öffentlichkeit eingebunden werden soll, gleichzeitig werden die Behörden beteiligt. Wenn es nach Stadt und Firma Adams geht, startet dann zeitnah der Bau der neuen Siedlung – wann genau, darüber hüllt sich die Stadt noch in Schweigen.

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