Zwischenfall

Neubau auf „Zwischenfall“-Brache in Langendreer ungewiss

Die Natur breitet sich auf der „Zwischenfall“-Brache an der Ecke Alte Bahnhofstraße/Ümminger Straße in Langendreer immer weiter aus. Kunststück, gibt es dort doch seit Jahren keinerlei Bautätigkeiten.

Die Natur breitet sich auf der „Zwischenfall“-Brache an der Ecke Alte Bahnhofstraße/Ümminger Straße in Langendreer immer weiter aus. Kunststück, gibt es dort doch seit Jahren keinerlei Bautätigkeiten.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Der Neubau auf der „Zwischenfall“-Brache steht auf der Kippe. Ein Bauantrag wurde von der Stadt abgelehnt. Und es gibt weitere Überraschungen.

Der Alte Bahnhof wird immer grüner. Zumindest auf der Brachfläche an der Ecke Alte Bahnhofstraße/Ümminger Straße; dort, wo bis vor ein paar Jahren das Gebäude mit der Disco „Zwischenfall“ stand. Nach dem Abriss sollte dort schnell ein Neubau hochgezogen werden. Doch darauf wartet man am Alten Bahnhof bis heute.

Stadt lehnte Bauantrag ab

Und vielleicht passiert auch weiter nichts – so wie in den vergangenen dreieinhalb Jahren. Denn wie die WAZ erfuhr, ist der Neubau auf der „Zwischenfall“-Brache weiterhin ungewiss. „Das Bauordnungsamt hat einen Bauantrag für ein entsprechendes Gebäude aufgrund fehlender Nachweise/Unterlagen ablehnen müssen“, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus. „Ein neuer Bauantrag liegt bisher nicht vor.“

„Unterlagen fehlen keine, es ist alles fertig“, teilt Carsten Dreyer mit, der den Eigentümer vertritt. Wer das ist, hält er weiterhin unter Verschluss und bittet um Verständnis für seine Verschwiegenheit: „Die Investoren wollen lieber unter dem Radar bleiben.“

Es gibt noch „zwei Unsicherheiten“

Auch sonst möchte Dreyer zum aktuellen Stand des Bauvorhabens nicht viel sagen: „Weil es ein schwebendes Verfahren ist.“ Vielleicht im Oktober, hofft er, könne er Spruchreifes verkünden. Alles sei in die Wege geleitet. „Doch der Ball liegt nicht bei uns.“ Wo dieser liegt, verrät Dreyer nicht. Zumindest aber, dass es noch zwei Unsicherheiten gebe.

Keine Studentenwohnungen

Von daher könne er zum aktuellen Zeitpunkt noch gar nicht sagen, ob es überhaupt was wird mit dem Bauprojekt am Alten Bahnhof. Fest steht laut Carsten Dreyer allerdings, dass – und das ist eine Überraschung – definitiv keine Studentenappartements gebaut wurden. In der ursprünglichen Planung waren 53 an der Zahl vorgesehen. „Das gibt der Markt einfach nicht her“, sagt Dreyer. Gerade in Bochum gebe es keinen Mangel an Studentenwohnungen.

Angedacht sind nach neuestem Stand „zeitgerechte und barrierefreie Wohnungen unter dem Titel ,Urbanes Wohnen’“, so Dreyer. Der Baukörper werde sich im Vergleich zur Ursprungsplanung etwas verändern. „Er wird auf jeden Fall schöner“, verspricht Dreyer ein Gebäude, „das der Bedeutung der Ecke gerecht wird“. Immerhin handelt es sich um das nördliche Tor zum Alten Bahnhof.

Weiterhin völlig offen ist, ob ins Erdgeschoss der „Netto“ einziehen wird. Ursprünglich war das so geplant. Das frühere Ladenlokal an der Alten Bahnhofstraße ein paar Meter weiter runter hat der Discounter ja längst verlassen.

Lange Zeit gab es offenbar Probleme, weil die Stadt Extra-Personal gefordert haben soll, damit ein sicheres Anliefern über die Rückseite des Gebäudes gewährleistet ist. Diese Probleme konnten aber offenbar ausgeräumt werden. „Für die Anlieferung hat das Bauordnungsamt mit dem Architekten eine alternative Anlieferung erarbeitet, so dass zusätzliches Personal nicht erforderlich wäre“, teilt Katrin Müller, Sprecherin der Stadt, auf Anfrage mit.

Interessiert verfolgt auch Stadtteilmanager Karsten Höser das Geschehen bzw Nicht-Geschehen auf der „Zwischenfall“-Brache. Dass das Bauvorhaben ins Stocken geraten ist, findet schade. „Ich würde mich freuen, wenn die Unterlagen zeitnah nachgereicht werden und bald mit dem Bau gestartet werden kann.“

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