Drogen-Prozess

Mutmaßliches Mitglied des Miri-Clans legt Teilgeständnis ab

Der Prozess wird von insgesamt zehn Justiz-Wachtmeistern im Saal streng bewacht. Neben Verteidigern und Angeklagten sitzen auch Dolmetscher

Der Prozess wird von insgesamt zehn Justiz-Wachtmeistern im Saal streng bewacht. Neben Verteidigern und Angeklagten sitzen auch Dolmetscher

Foto: Svenja Hanusch

Bochum.   Ein weiterer Angeklagter, der zum Miri-Clan gehören soll, hat ein Teilgeständnis abgelegt. Fünf Männern wird Drogenhandel vorgeworfen.

Im Drogen-Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder des Miri-Clans hat ein 29-jähriger Bochumer am Dienstag, am zweiten Verhandlungstag, ein Teilgeständnis abgelegt. Bereits vorher hatte sein Bruder, ein 31-jähriger Angeklagter, die Anklagevorwürfe teilweise zugegeben, ein 23-jähriger Bekannter ebenfalls, wenn auch nur geringfügig.

Angeklagt sind insgesamt vier Brüder (drei aus Bochum) und ihr Bochumer Bekannter. Sie sollen in wechselnder Beteiligung 5,2 Kilo aus Holland nach Deutschland geschmuggelt und 600 Gramm Kokain verkauft haben. Zudem sollen sie einem verdeckten Ermittler, der zum Schein 200 Gramm Kokain ankaufen wollte, das Muskelaufbaupräparat Kreatin für 7400 Euro angedreht haben. An einem Schnellrestaurant in Hofstede wurde das Zeug übergeben.

Angeklagter: „Ich wollte den reinlegen“

„Ich wollte den reinlegen“, sagte der 29-Jährige, früherer Besitzer eines Innenstadt-Kiosk, in dem ebenfalls gedealt worden sein soll, am Dienstag vor der 11. Strafkammer. Er habe gar nicht erst versucht, Kokain zu besorgen. „Wenn das so gewesen wäre, wäre ich nach Dortmund gefahren, Borsigplatz.“ Stattdessen sei er in einen Bodybuilder-Laden gefahren. Auch der Verkauf des legalen Kreatin ist strafbar, wenn es als Rauschgift deklariert wird.

Seit Oktober 2018 sitzen alle Angeklagten in U-Haft. Die Syrer soll laut Staatsanwaltschaft zu einem Arm des libanesisch-stämmigen Clans gehören. Ob das wirklich so ist, wird sich erst im Laufe des Prozesses erweisen. Die Verhandlung wird besonders gesichert.

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