Innovation

Laschet ringt um Max-Planck-Institut für Bochum

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) setzt auf eine dichte Wissenschaftslandschaft im Ruhrgebiet. (Archivfoto)

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) setzt auf eine dichte Wissenschaftslandschaft im Ruhrgebiet. (Archivfoto)

Foto: Markus Becker/dpa

Düsseldorf/Bochum.  Ministerpräsident Laschet will eine renommierte Wissenschaftseinrichtung ins Revier holen: ein Max-Planck-Institut für Cyber-Sicherheit.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wirbt um die Ansiedlung eines neuen Max-Planck-Instituts für Cyber-Sicherheit in Bochum. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) sehe er nach dem bisherigen Bewerbungsverfahren und einem Gespräch mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft realistische Chancen, die renommierte Wissenschaftseinrichtung ins Revier zu holen. Das machte Laschet am Dienstagabend bei einer Diskussion über „Zukunftsperspektiven des Ruhrgebiet“ in Düsseldorf deutlich.

Bochum stehe jedoch noch in Konkurrenz zum Mitbewerber, erklärte der Ministerpräsident. Es soll sich um Darmstadt handeln. Deshalb sei es wichtig, dass das Revier Klischees überwinde und man auch internationalen Wissenschaftlern bei einer solchen Standortentscheidung selbstbewusst sage, „dass Bochum schön ist“. Laschet hob auch die kulturelle Vielfalt der Region hervor. Der Islam gehöre natürlich zu Deutschland und es sei „absurd“, etwas anderes zu behaupten, stellte er mit Blick auf den neuen Innenminister Horst Seehofer (CSU) klar.

Initiativen zum Aufbruch im Revier koordinieren

Die Landesregierung setzt nach dem Ende der letzten Zechen in diesem Jahr vor allem auf die dichte Wissenschaftslandschaft und die aufkeimende Gründungskultur als Innovationstreiber des Ruhrgebiets. „Es gibt ermutigende Signale“, sagte Laschet. Er lobte etwa die jüngst bekannt gewordene 400 Millionen-Investition von Evonik in eine neue Produktionsanlage im Chemiepark Marl und gab das visionäre Ziel einer Brennstoffzellen-Produktion an Rhein und Ruhr aus.

Das Land will die zahlreichen Initiativen zum Aufbruch im Revier mit einer „Ruhrkonferenz“ Ende des Jahres koordinieren. Es gehe dabei nicht um ein einzelnes Treffen, sondern um einen Prozess über mehrere Jahre mit verschiedenen Themenfeldern. „Das muss ein Projekt sein, das das ganze Land beschäftigt“, sagte Laschet.

Der Ministerpräsident appellierte zugleich an die Revierstädte, Ämter zusammenzulegen und den Öffentlichen Nahverkehr endlich einheitlich zu organisieren: „Den Geist, abzugeben und gemeinsam stärker zu werden, brauchen wir in der öffentlichen Verwaltung.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben