Demonstration

Kurden-Demo in Bochum beendet: Verlauf war friedlich

Bei der Kundgebung in der Bochumer Innenstadt am Freitag halten die Menschen die kurdische Flagge hoch. Sie demonstrieren gegen den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien.

Bei der Kundgebung in der Bochumer Innenstadt am Freitag halten die Menschen die kurdische Flagge hoch. Sie demonstrieren gegen den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die Großdemonstration gegen den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien in Bochum ist beendet. Sie verlief friedlich, bestätigt die Polizei.

Die Kundgebung in der Bochumer Innenstadt gegen den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien ist am Sonntag friedlich verlaufen. Insgesamt demonstrierten laut Polizei 1000 Teilnehmer. Die Veranstalter sprechen von 2000 an der Spitze .„Es gab keine Zwischenfälle“, erklärte Polizeisprecher Marco Bischoff am Abend auf Anfrage dieser Redaktion.

Gegen 15 Uhr füllte sich der Platz vor dem Hauptbahnhof. Das Motto der Demonstration lautete „Solidarität mit Rojava“. Ziel war es, eine friedliche Veranstaltung zu organisieren. „Wir versammeln uns hier, um auf die Lage in Syrien aufmerksam zu machen und Solidarität zu zeigen“, sagte Mitorganisator und Grünen-Ratsmitglied Mustafa Calikoglu zu Beginn. Laut Polizei gab während der rund dreieinhalbstündigen Demonstration keine Ausschreitungen.

„Damit sind wir sehr zufrieden“, so Mitorganisator Tim Ackermann. „Wir freuen uns, dass es eine friedliche Demonstration von Menschen aus kurdischen und nicht-kurdischen Organisationen gab.“ Insgesamt hätten sich knapp 40 Bündnisse an der Demo beteiligt, darunter neben kurdischen Gruppen auch Antifa-Gruppen, das Bochumer Friedensplenum, das Bündnis gegen Rechts sowie die Parteien Grünen, SPD und Die Linke.

Demonstrationszug weicht Moschee aus

Etwas verspätet, gegen 15.45 Uhr, startete der Demonstrationszug am Bochumer Hauptbahnhof. Nach einem Halt an der Alsenstraße, vor dem Schauspielhaus und am Rathaus endete die Kundgebung um 18 Uhr auf dem Dr.-Ruer-Platz. Entgegen erster Ankündigungen ging es bei der Demo nicht an der Moschee der Islamischen Gemeinde an der Dibergstraße vorbei. Calikoglu: „Wir biegen bewusst vorher ab. Wir wollen niemanden provozieren.“

Während die Demonstranten durch die Straßen liefen, ertönten Rufe wie: „Hoch die internationale Solidarität!“ oder „Solidarität mit Rojava“. Die Teilnehmer hielten sich weitestgehend an die Vorgaben. Zwischendurch gab es Redebeiträge von Vertretern der Gruppen „Women Defend Rojava“ und „Fridays for Future“. „Wir wollen einen dauerhaften Waffenstillstand und Frieden für die Region. Wir müssen solidarisch mit den Menschen in Rojava sein“, hieß es vom Bochumer Friedensplenum.

„Sichtbarkeit schaffen für das, was gerade passiert“

Unter den Demonstranten befanden sich junge und alte Menschen, Teilnehmer mit kurdischen Wurzeln und deutsche Bürger. „Ich möchte Sichtbarkeit schaffen für das, was gerade passiert. Die Menschen in Deutschland sollen wissen, dass Menschenrechte verletzt werden“, sagte die 33-jährige Güler zu ihren Gründen, bei der Demo mitzulaufen. Ein 26-Jähriger, der seinen Namen nicht nennen möchte, ergänzte: „Als Waffenlieferant sind wir nicht unschuldig an dem, was in Syrien passiert. Rojava ist eine schützenswerte Region.“

Von der Demonstration waren aber nicht alle Bochumer begeistert. Es hagelte auch Kritik – unter anderem im sozialen Netzwerk Facebook. „An einem katholischen Feiertag zu demonstrieren, finde ich nicht okay. Was Erdogan mit den Kurden macht, ist mit Sicherheit nicht richtig, aber das an einem solchen Feiertag kundzutun hier im Land, geht nicht“, heißt es von einem Nutzer. Ein anderer Mann kommentierte: „Wie könnt ihr es wagen, eine Demo an einem christlichen Feiertag zu genehmigen? Stadt Bochum .... ohne Worte!“

Basis für weitere gemeinsame Aktionen

Für die Organisatoren ist die Demo am Freitag die Basis für weitere gemeinsame Aktionen und vielleicht auch Demonstrationen. „Wir werten den heutigen Tag jetzt aus und schauen dann weiter“, heißt es von Mitorganisator Tim Ackermann.

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