Kulturentwicklung

Konferenz nimmt die Zukunft der Bochumer Kultur in den Blick

Die Stadthalle Wattenscheid wird am Wochenende zum Arbeitslabor für den Bochumer Kulturentwicklungsprozess.

Die Stadthalle Wattenscheid wird am Wochenende zum Arbeitslabor für den Bochumer Kulturentwicklungsprozess.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Bochum.  Kulturschaffende und Bürger diskutieren ein Wochenende lang über den Kulturstandort Bochum. Ein Kulturentwicklungsprozess soll angestoßen werden.

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Die 1. Zukunftskonferenz Kultur kommt am Wochenende in der Stadthalle Wattenscheid zusammen. In Kleingruppen-Diskussionen wird intensiv über die Zukunft der BO-Kultur nachgedacht.

Vitale Szene

Bochum ist DIE Kulturhauptstadt des Ruhrgebiets. Schauspielhaus und Symphoniker haben in ihr ebenso ihr Zuhause wie eine vitale freie Theater- und Musik-Szene, große und kleine Festivals, Puppenspiel und Musical. Doch wie soll sich dieser blühende Kulturgarten entwickeln? Diese Frage treibt Kulturpolitiker und Kulturschaffende schon des Längeren um.

Daher wurde auf Anregung der rot/grünen Koalition der Kulturentwicklungsprozess (KEP) auf den Weg gebracht. Was sind Stärken, was sind Schwächen der BO-Kultur, wo gibt es Handlungsbedarf, wo läuft es schon super? Unter Fragestellungen wie diesen soll der KEP Zukunftsziele, Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen definieren.

Das hört sich erst mal abstrakt an, ist aber tatsächlich sehr praxisbezogen und, das vor allem, partizipativ. Kulturschaffende und interessierte Bürger/innen sind aufgefordert, den KEP nicht allein der Politik zu überlassen. In mehreren Stufen wird das Beteiligungsvorhaben umgesetzt. Am Wochenende erfolgt der 1. Aufschlag.

150 Personen diskutieren

Die Stadthalle Wattenscheid wird zum kreativen Ideen-Pool. 150 Personen sind zwei Tage lang zusammengekommen, um gemeinsam zu diskutieren. Auf die Plätze konnte man sich bewerben, 330 Offerten gingen ein. „Ein Riesen-Interesse, ich bin überrascht, aber auch sehr erfreut“, so Bochums Kulturdezernent Dietmar Dieckmann, der die Zukunftskonferenz eröffnete.

An beiden Tagen wurde in Achter-Kleingruppen in ständig wechselnder Zusammensetzung gearbeitet. Alle Gruppen gehen parallel die gleichen Fragestellungen an, und tragen dann ihre Ergebnisse zusammen: das ist zeitintensiv und eine Herausforderung an die Konzentrationsfähigkeit.

Zeitlich ein großer Aufwand

„Wir sind uns bewusst über den erheblichen Zeitaufwand ist, der nötig ist. Aber die Teilnahme an einer solchen Großgruppenkonferenz ist ein echtes Erlebnis, das hoffentlich Freude machen wird. Sie haben hier die Möglichkeit, die kulturelle Entwicklung Bochums aktiv mitzugestalten“, gab Dietmar Dieckmann den Teilnehmer/innen mit auf den Weg.

Vorbereitet und praktisch durchgeführt wird die Zukunftskonferenz von der Agentur „Take Part Kulturberatung“, moderiert von den Kulturexperten Peter Landmann und Claus Harten. „Take Part“ hat ähnliche Aktionen schon in anderen Städten aufgezogen, verfügt also über Erfahrung, um solche Mammut-Sitzungen so zu strukturieren, dass am Ende auch ‘was dabei rauskommt. Austausch: ja! Aber bitte keine Selbstdarstellung, lautet das unausgesprochene Motto.

In die Breite denken

Die Frage der Kultur-Finanzierung, die pünktlich zum KEP-Start durch die öffentlichkeitswirksame „10-%-mehr-Aktion“ der Freien Szene aufgerufen wurde, soll zwar nicht ausgespart, aber eben auch nicht zentral behandelt werden.

Es gehe vor allem auch um Visionen, wie Bochum seinen Nimbus als DIE Kulturstadt des Reviers nach Möglichkeit noch ausbauen kann. „Es ist ausdrücklich gewünscht, in die Breite zu denken“, so Kulturdezernent Dieckmann.

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