Bauvorhaben

Keine Handwerker: Neue Friedhofs-Zentrale wird später fertig

Neu- und Altbau an der Feldmark: In das neue grüne Gebäude ist ganz rechts  bereits die neue Feuerwache Altenbochum eingezogen, im übrigen Gebäudeteil soll der Fuhrpark der Friedhofsverwaltung unterkommen. Links im hellbraunen Altbau am Krematorium soll 2020 die zentrale Friedhofsverwaltung einziehen.

Neu- und Altbau an der Feldmark: In das neue grüne Gebäude ist ganz rechts bereits die neue Feuerwache Altenbochum eingezogen, im übrigen Gebäudeteil soll der Fuhrpark der Friedhofsverwaltung unterkommen. Links im hellbraunen Altbau am Krematorium soll 2020 die zentrale Friedhofsverwaltung einziehen.

Foto: Redering

Bochum.  Die neue Friedhofsverwaltung am Hauptfriedhof wird erst ein Jahr später bezogen als geplant. Grund: keine Handwerker gefunden.

Der Einzug der neuen zentralen Friedhofsverwaltung am Hauptfriedhof verzögert sich enorm. Die rund 130 Mitarbeiter werden ihre Arbeitsplätze an der Straße „Feldmark“ voraussichtlich ein ganzes Jahr später beziehen als es beim Spatenstich vor zwei Jahren geplant war.

Bislang ist die Friedhofsverwaltung auf 20 Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die werden bald an der Feldmark zusammengelegt.

In der nächsten Wochen sollen weitere Bauarbeiten beginnen

Wie eine Stadtsprecherin auf WAZ-Anfrage mitteilte, liegt die Verzögerung daran, dass keine Handwerker gefunden worden sind, um im Innenhof Pflasterarbeiten zu erledigen und drei Rampen zu bauen, um barrierefrei ins Gebäude kommen zu können.

Jetzt sei aber eine Firma gefunden worden. In der nächsten Woche würde sie loslegen und wohl Ende Januar 2020 fertig sein. Der Einzugstermin der Mitarbeiter ist jetzt für das kommende Frühjahr geplant.

Altbau am Krematorium wird saniert und modernisiert

An der Feldmark wurde im vergangenen Juni das nagelneue, rund 600 Quadratmeter große Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Altenbochum eröffnet. Es befindet sich in einem rund 1800 Quadratmeter großen Neubau mit moderner Architektur. In dem anderen Teil dieses Neubaus soll der Fuhrpark der Friedhofsverwaltung mit rund 20 Fahrzeugen einziehen. Direkt daneben, in einem Altbau am Krematorium, sollen die 130 Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung arbeiten. Das Gebäude wird dafür saniert und modernisiert. Von der Straße aus ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Die Außenwände muten düster und schmuddelig an.

Die Kosten für das gesamte Projekt (Feuerwehr und Friedhofsverwaltung) liegen bei rund 9,5 Millionen Euro. Im Jahr 2013 waren noch 4,5 Millionen Euro vorgesehen.

Öffentliche Aufträge seien nicht bei allen Firmen beliebt

Wie mehrere Bochumer Firmen bestätigen, sei für Handwerker viel zu tun, aber dennoch könnten Aufträge angenommen werden. „Die Situation ist nicht so schlimm, wie es oft gesagt wird. In diesem Jahr konnten in Bochum 800 Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Das sind 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt Kreishandwerksmeister Michael Mauer. Wenn man beispielsweise in zwei Wochen das gesamte Badezimmer renovieren wolle, könne es sein, dass man nicht sofort einen Betrieb finde.

Heiner Büscher von der Elektro-Innung ist der Meinung, dass die Stadt nicht bei allen Handwerksbetrieben ein beliebter Auftraggeber sei. Zwar habe sich der Markt verändert, „aber man findet trotzdem immer noch einen Handwerker.“

Baustart in den Ferienzeiten führe zu Problemen

Interessierte Firmen müssen sich bei der Stadt Bochum bewerben. „Viele Unternehmen denken, dass die Stadt schlecht zahlt. Das kann ich aber nicht bestätigen. Wir haben immer sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Bauleiter, Maurer- und Betonmeister Heiko Nölke. Ein weiteres Problem sei, dass viele Projekte in den Ferien starten würden. „Da haben viele Familienväter Urlaub“, bemängelt er.

Trotzdem sei die allgemeine Nachwuchssituation angespannt, betont Mauer. „Wir brauchen mehr Auszubildende aufgrund der hohen Nachfrage.“ Das bestätigt auch Lars Nienke von den Malerwerkstätten Gerhard Mohr. „Wir sind bei 680 Euro im ersten Lehrjahr. Ich glaube nicht, dass das eine finanzielle Frage ist. Viele wollen heute ins Büro“, sagt der Diplom-Ingenieur. Um möglichst viele junge Leute für den Beruf zu begeistern, trete er regelmäßig mit Berufsberatungslehrern in Kontakt. Zusätzlich präsentiere er das Unternehmen regelmäßig bei Berufsinformationsmessen.

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