Öffentlicher Raum

Kasten-Kunst vom Hans-Schalla-Platz in Bochum zieht um

So präsentierte sich der Hans-Schalla-Platz bis vor wenigen Wochen. Die Kunst-Installation war ein Wahrzeichen der Intendanz Olaf Kröck.

Foto: Ingo Otto

So präsentierte sich der Hans-Schalla-Platz bis vor wenigen Wochen. Die Kunst-Installation war ein Wahrzeichen der Intendanz Olaf Kröck.

Bochum.   Die Kunst-Installation von Cordula Körber soll im Frühjahr vor dem Bergbaumuseum neu entstehen. Der Theaterplatz bleibt aber nicht leer.

Der Hans-Schalla-Platz, vulgo Theatervorplatz, präsentiert sich aktuell sehr aufgeräumt: Die ausladende Bank- und Verschönerungsaktion der Künstlerin Cordula Körber wurde abgeräumt, so dass sich ein unverstellter Blick auf die eindrucksvolle Schauspielhaus-Fassade ergibt. Wie es übrigens vom Architekten Graubner beabsichtigt war. Es gibt aber auch Manche, zumal im Ehrenfeld, die den „Bänken“ hinterher trauern. Ihnen sei zugerufen: Sie kommen ja wieder!

Lichterkette und Begrünung

Cordula Körbers „Kunst zum Anfassen“ hatte sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Aufgestellt worden war sie im September 2017. Bevor sich der Vorhang zur ersten Premiere hob, hatte Theaterleiter Olaf Kröck die Besucher zu der Neuerung begrüßt. „Nehmen Sie den Platz vor dem Schauspielhaus in Besitz, verweilen Sie, bespielen Sie ihn und erfahren Sie ihn immer wieder neu“, ermunterte der Intendant die Theaterbesucher.

Zu der kreativen Umgestaltung des Platzes durch die Bühnen- und Raumkünstlerin Körber zählten auch eine Lichterkette und die Begrünung von Dieter Hackers Skulptur „Der Mensch“. Alles bestand über die gesamten 298 Spielzeit-Tage der letzten Saison, wobei der Platz immer wieder verändert, neu sortiert und strukturiert wurde. Zum Schluss gaben die voluminösen Kisten eine Art Bühnenbild für die Mitmach-Performance „Changing of the Guard“ ab.

Abgesprochen war von vornherein, dass die Holzkonstruktion nur während Kröcks Jahresintendanz Bestand haben sollte. Das Schauspielhaus hat die Kisten nun für die Stadt Bochum zwischengelagert – auf dass sie im Frühjahr wieder auftauchen. Die „Bänke“ zum Sitzen und Liegen finden einen neuen Standort vor dem Bergbau-Museum, einem Bochumer Vorzeige-Objekt, das jedes Jahr von mehreren hunderttausend Gäste besucht wird.

Vor der Kulisse des Wahrzeichens mit dem grünen Förderturm können Besucher also demnächst innehalten. Sinnsprüche auf den hölzernen Sitzelementen wie „Wer für Freiheit und Wahrheit kämpft, sollte dabei nie seine beste Hose tragen“ geben Denkanstöße. Ob Körbers Kunstwerk dauerhaft am Bergbaumuseum bleiben wird, steht dahin. Die SPD Ehrenfeld hatte sich bereits für einen neuerlichen „Umzug“ auf den Hans-Ehrenberg-Platz stark gemacht.

Der Schalla-Platz bleibt übrigens nicht so aufgeräumt, wie er sich zurzeit präsentiert. Das Schauspielhaus plant schon ab Herbst eine neue Installation. Denn auch dem neuen Intendanten Johan Simons ist daran gelegen, den öffentlichen Raum vor dem Theater zu einem Spielort urbanen Lebens zu machen. Was genau da in der Pipeline ist, verrät das Schauspielhaus noch nicht.

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