Jugendprojekt

Jugendliche aus Europa führen Dialog in Bochum

Politik kann auch Spaß machen. Jugendliche aus Portugal, Italien und Deutschland trafen sich am Rosenberg in Harpen.

Politik kann auch Spaß machen. Jugendliche aus Portugal, Italien und Deutschland trafen sich am Rosenberg in Harpen.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Bei der Ferienaktion„Action Week“ treffen Jugendliche aus Bochum auf Teilnehmer von „Generation Europe“. Sie entwickeln dabei politische Ideen.

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Interkultureller Austausch und die gemeinsame Entwicklung von politischen Ideen über Grenzen hinweg. Was in der großen Diplomatie des Öfteren scheitert, haben Jugendliche aus drei europäischen Ländern in dieser Woche mit großem Spaß und Eifer auf einem Schulhof im Bochumer Norden praktiziert. Bei gemeinsamen Kursen und Gruppenarbeiten haben sie politische Ideen diskutiert und sich ausgetauscht. Bei sportlichen und kreativen Angeboten wie einem Klettergarten, einem Mini-Fußballfeld und einem Graffiti-Kurs blieb zudem die Möglichkeit, die anderen Kulturen besser kennenzulernen.

Das Treffen fand statt im Rahmen der Aktionswoche des Arbeitskreises Mobile Arbeit der Stadt an der Werner-von-Siemens-Schule am Rosenberg. Die Aktionswoche ist ein Ferienangebot für Kinder und Jugendliche, das es seit dem vergangenen Jahr gibt.

Jugendliche sollen sich einmischen

Auf dem Schulhof trafen die Jugendlichen aus der Harpener Nachbarschaft auf Teilnehmer des internationalen Projekts „Generation Europe“, die sich derzeit in Bochum treffen und vernetzen. „Die Inhalte der beiden Projekte passen gut zusammen“, erklärt Marc Pattmann, der für die Falken Bochum beim Arbeitskreis aktiv ist. Ziel sei es, dass sich die Jugendlichen politisch engagieren und einmischen. Erste Gelegenheit ergab sich dazu bei Podiumsdiskussionen.

Dabei stand zunächst die Frage im Mittelpunkt, was ein Europäer ist und welche Werte ihn ausmachen, erzählt Torsten Rutinowski vom Jugendamt der Stadt. Darüber hinaus sollen Probleme in den Heimatstädten der Jugendlichen erkannt und angegangen werden. Die Ideen sind dann in verschiedene Gruppenprojekte eingeflossen, etwa einer Gesangs-Gruppe oder einem Graffiti-Projekt.

Beim gemeinsamen Sing-Kurs haben so Yara aus Bochum und Sabina und Filipe aus Portugal gemeinsam mit anderen Teilnehmern ein eigenes Lied über Menschenrechte geschrieben und in einem Musikstudio eingeübt. Eine tolle Erfahrung für die 18-jährige Yara: „Man konnte viel lernen und hat dabei seine Sprache verbessert.“ Das gemeinsame Lied entstand immerhin aus fünf Sprachen.

Nächstes Treffen in Portugal

Auch für Filipe aus der portugiesischen Stadt Evora ist der Austausch eine Bereicherung: „Es ist ein schönes Erlebnis, andere Kulturen kennenzulernen und Länder zu bereisen.“ Seine Motivation ist dabei aber doch sehr politisch: „Wir leben in einer Generation, in der viele nicht aktiv sind und sich zurücklehnen. Wir wollen zeigen, dass man aktiv sein kann.“

Die entwickelten Ideen sollen nun schnell umgesetzt werden. „Vorschläge für das nächste Jahr können jetzt in die Gremien eingebracht werden“, sagt Marc Pattmann. „Das Ziel ist es, erste Ergebnisse nächstes Jahr mit nach Portugal zu nehmen.“ Dann treffen sich die Jugendlichen erneut.

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