Kleinkunst

Jochen Malmsheimer erhält den Deutschen Kabarettpreis

Jochen Malmsheimer zählt seit Jahren zu den Schwergewichtlern der deutschen Kleinkunstszene.

Jochen Malmsheimer zählt seit Jahren zu den Schwergewichtlern der deutschen Kleinkunstszene.

Foto: Arnulf Stoffel

Bochum.   Kabarettist und Wortakrobat Jochen Malmsheimer fügt seiner Sammlung mit Auszeichnungen eine weitere hinzu. In Bochum fing alles an.

Für seine unverwechselbare Kunst des Humors erhält Jochen Malmsheimer (57) den Deutschen-Kabarett-Preis. Sein Talent zum Erzählen skurriler Geschichten mitten aus dem Leben sei hierzulande im Kabarett unerreicht, teilte das Nürnberger Burgtheater mit, das die Auszeichnung 1991 begründete. Die gute Nachricht überraschte den Bochumer Wortkünstler im Familienurlaub. Die für Samstag (12.) anberaumte Preisverleihung ist somit überraschend in seinen bereits gut gefüllten Terminkalender 2019 gerutscht.

Atemloses Publikum

Der in der Hauptkategorie mit 6000 Euro dotierte Deutsche-Kabarett-Preis wird von der Stadt Nürnberg gestiftet und jährlich vom Burgtheater vergeben. Neben dem Hauptpreis, der an Malmsheimer geht, gibt es Förderungen in den Sparten Nachwuchs (für den Poetry-Slammer Nektarios Vlachopoulos) und einen Sonderpreis, der der Sängerin, Kabarettistin und Autorin Anna Mateur verliehen wird. Insgesamt ist der Kabarettpreis mit 12.000 Euro dotiert. Neben dem Deutschen Kleinkunstpreis des „Unterhaus“ Mainz, den Jochen Malmsheimer ebenfalls bereits gewann, zählt der Nürnberger zu den wichtigsten Auszeichnungen des Genres.

Malmsheimer gehört seit Jahrzehnten zur 1. Lage der Kabarettisten und Wortartisten in Deutschland. Der Bochumer verfüge über eine kolossale Bühnenpräsenz, „die sein Publikum atemlos und überwältigt zurücklässt angesichts eines wahrhaft einzigartigen Humorkünstlers“, heißt es in der Nürnberger Preisbegründung. Von Malmsheimers rhetorischen und darstellerischen Qualitäten können sich auch TV-Zuschauer regelmäßig überzeugen. Auf dem Bildschirm kennt man ihn auch aus der ZDF-Satireshow „Die Anstalt“.

Seine Anfänge als Humorist, Literaturkenner und sprachverliebter Wortakrobat liegen in Bochum. Bekannt wurde er als eine Hälfte des Duos „Tresenlesen“, das sich 1992 im „Puvogel“ auf der Brückstraße ans Werk machte und bis 2000 mit Frank Goosen bestand. Zuvor hatte der gelernte Buchhändler Malmsheimer (Buchhandlung Janssen) seit 1981 als Sänger der Bluesband „Vatermörder“, die häufig in Kneipen, in der „Zeche“, aber auch bei Bochum Total auftrat, reichlich Bühnenerfahrung gesammelt.

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