Stadtumbau

Gravis-Pavillon in Bochum soll für ein Kontorhaus weichen

Noch steht der dreieckige Pavillon an der Ecke Südring/Luisenstraße (Bildmitte). Ein Investor erwägt dort einen mehrgeschossigen Neubau.

Noch steht der dreieckige Pavillon an der Ecke Südring/Luisenstraße (Bildmitte). Ein Investor erwägt dort einen mehrgeschossigen Neubau.

Foto: Hans Blossey

Bochum.   Bochums Innenstadt steht vor einem radikalen Wandel. Neben dem Viktoria-Karree und der Markthalle sind weitere Projekte in der Planung.

Großflächige Plakate kündigen es an. Am Mittwoch (13.) schließt Apple-Händler Gravis den Pavillon an der Ecke Südring/Luisenstraße in der Innenstadt und eröffnet seinen neuen Laden am Montag (18.) in der Huestraße 30. Die Bochum Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) als Eigentümerin steht vor dem Verkauf des Altstandorts. Es gibt Pläne für einen Neubau an gleicher Stätte.

an der Ecke Südring/Luisenstraße in der Innenstadt und eröffnet seinen neuen Laden am Montag (18.) in der Huestraße 30. Die Bochum Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) als Eigentümerin steht vor dem Verkauf des Altstandorts. Es gibt Pläne für einen Neubau an gleicher Stätte.

Der Arbeitstitel: das Kontorhaus. Ein fünfgeschossiges Gebäude, auf dem dreieckigen Grundstück zur Luisenstraße spitz zulaufend wie ein Bügeleisen. In einer Projektstudie hat das Bochumer Architekturbüro SSP mehrere Entwürfe vorgelegt.

„Es geht um weitaus mehr als nur um Einzelhandel“

„Es stimmt, wir stehen in Verkaufsverhandlungen und dabei kurz vor dem Abschluss. Es geht um weitaus mehr als nur um Einzelhandel“, sagt WEG-Geschäftsführer Ralf Meyer. Verzögert haben die Gespräche nach WAZ-Recherchen ein Blick ins Grundbuch. Da früher an der Stelle einmal eine Tankstelle stand, muss geklärt worden, ob noch Benzintanks im Erdreich liegen.

In Rede stehen soll sogar ein noch größerer Entwurf, der das Nachbargebäude einbezieht, in dem u.a. die „Fahrschule 1, 2, 3“ Mieter ist. Zu dieser Variante gibt Meyer indes keinen Kommentar ab.

Fassade soll aufgewertet werden

Abseits des Stadtumbaus in der westlichen City, wo in wenigen Jahren das Viktoria-Karree und eine Markthalle das Gesicht der Stadt radikal verändern werden, bahnen sich weitere Projekte an: Wenige hundert Meter vom Kontorhaus entfernt soll das frühere Möbelhaus Heiland an der Ecke Südring/Kortumstraße nun saniert werden.

Der 1979 errichtete Komplex mit einer Nutzfläche von 3359 m2 wurde unlängst verkauft. „An einen großen Düsseldorfer Immobilienkonzern“, wie Makler Heinz Joeinig sagt. Dieser habe vor, das Gebäude umfassend und „vom Allerfeinsten“ zu sanieren. Vor allem die Fassade als Aushängeschild eines Gebäudes soll aufgewertet werden. Als Mieter kämen Rechtsanwälte, Notare und Ärzte in Frage. Für die Verkaufsräume im Erdgeschoss zeige eine große Juwelierkette großes Interesse.

Pläne zur ehemaligen Gaststätte „Uhle“ nicht realisiert

Mehr will der Makler aus München nicht preisgeben. Und auch die WEG beißt auf Granit. „Bislang ist es uns nicht gelungen, einen Kontakt zum neuen Eigentümer herzustellen“, sagt WEG-Chef Meyer.

Auch die traditionsreiche Gaststätte Uhle am Dr.-Ruer-Platz, die mittlerweile der Sparkasse gehört, ist bereits überplant. Ob der Entwurf des Bochumer Architekturbüros Kemper, Steiner & Partner realisiert wird, steht allerdings in den Sternen. „Wir haben den Entwurf für die früheren Eigentümer gemacht“, sagt Rainer Kemper. Die Pläne zeigen ein viergeschossiges Gebäude. „Der städtische Gestaltungsbeirat hat den Entwurf abgesegnet“, so Kemper, der sich auch ein noch höheres Haus an der Stelle vorstellen kann. Bislang sei das Projekt nicht realisiert worden, weil sich die Erbengemeinschaft für einen Verkauf der „Uhle“ und des Grundstücks entschlossen habe.

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