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Global Player Brock Kehrtechnik kehrt zurück nach Bochum

Tradition und Moderne: Im Schatten des Arnoldschachts blickt Brock-Geschäftsführer Manfred Lenhart bei der Grundsteinlegung in die Zukunft. Harpen-Geschäftsführer Franz-Josef Peveling (h.) hört entspannt zu.

Tradition und Moderne: Im Schatten des Arnoldschachts blickt Brock-Geschäftsführer Manfred Lenhart bei der Grundsteinlegung in die Zukunft. Harpen-Geschäftsführer Franz-Josef Peveling (h.) hört entspannt zu.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Von zwei Tüftlern 1993 gegründet, ist die Brock Kehrtechnik GmbH heute eine weltweit tätige Firma. In Bochum entsteht ihr neuer Standort.

Der 17. Mai 2019 ist ein Tag der Geschichte und der Geschichten. Es ist der Tag, an dem ein Bochumer Unternehmen, die Brock Kehrtechnik, zurück in ihre Heimatstadt kehrt. Es ist der Tag, an dem mehr als 50 Jahre nach Stilllegung der Zeche Robert Müser der Fläche am Arnoldschacht in Werne wieder neues wirtschaftliches Leben eingehaucht wird. Und es ist der Tag, an dem „eine wunderbare Geschichte erzählt werden kann“, so Bochums Bürgermeisterin Gaby Schäfer (SPD). Es ist die Geschichte von einer Werkstatt, einem Werk und einem Global Player.

Zu einem solchen weltumspannenden Unternehmen hat sich nämlich die vor 26 Jahren in Bochum von den Tüftlern Ingo Nowakowski und Roland Lorenz gegründete Brock Kehrtechnik GmbH entwickelt. Am Arnoldschacht, wo am Freitag der Grundstein zum neuen Unternehmensstandort gelegt wurde, lässt der Flächeneigentümer, die Harpen Unternehmensgruppe, eine 15.000 Quadratmeter große Fertigungshalle plus 1000 m2 Anbau und einem Verwaltungstrakt (2300 m2) bauen. Nächstes Jahr will Brock dort einziehen und kehrt nach 14 Jahren in Witten – wo es derzeit vier Standorte und keinen Platz mehr für Erweiterungen gibt – zurück in seine „Heimatstadt“, so Geschäftsführer Manfred Lenhart.

Umsatz soll verdoppelt werden

Hier hat der mittlerweile zum chinesischen Konzern Beiqi Foton Motor gehörende Mittelständler ambitionierte Ziele. „Wir sind weiter auf Expansionskurs“, so Lehnhart. Der Umsatz, 2017 betrug er 23 Millionen Euro, soll binnen fünf Jahren verdoppelt werden, die Belegschaft von 140 auf dann 200 Mitarbeiter wachsen. Dazu will die Firma ihre ohnehin schon gute Ausbildungsquote noch einmal steigern. Derzeit gehören schon zehn Azubis zur Belegschaft.

Kompetenzcluster E-Mobilität

Entwicklungspotenzial sieht der Rückkehrer u.a. im Flughafengeschäft – Rollbahnen müssen ständig sauber gehalten werden – und in der Elektromobilität. Geschäftsführer Lenhart hofft in Bochum mit Hilfe der Politik einen Kompetenzcluster aufbauen zu können – mit der Hochschule, der E-Mobilität-Community, den Stadtwerken, dem USB und dem Hersteller Brock als Partner. „Forschung, Nutzung und Hersteller an einem Standort: Das ist eine bundesweit einzigartige Konstellation.“

Mit der Rückkehr nach Bochum setze Brock, so Lenhart, auch ein Signal an andere Firmen aus dem Industriesektor, sich ebenfalls im Ruhrgebiet, in Bochum, niederzulassen. Auch die Bürgermeisterin legt Wert darauf, dass die Stadt trotz ihrer überragenden Entwicklung in den Bereich Wissenschaft, Gesundheit und Dienstleistung weiterhin auch Industriearbeitsplätze benötige. „Wir brauchen eine Kombination aus allen Bereichen.“ Harpen-Geschäftsführer Franz-Josef Peveling warb derweil dafür, das gesamte Areal, das sein Unternehmen derzeit aufbereitet, mit Industrie-Unternehmen zu bestücken und den Standort damit so noch einmal aufzuwerten.

Goldbeck baut die neue Zentrale

Bauen wird die neue Firmenzentrale plus Produktionsstätte ein in der Stadt mittlerweile bestens bekanntes Unternehmen: Goldbeck. Die West-Niederlassung des Bielefelder Systembauers geht, so Leiter Ulrich Luh, bereits zum siebten Mal in Bochum gemeinsam mit Harpen ein Projekt an.

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