„Offene Gärten“

Garten-Freunde öffnen am 9./10. Juni ihre Pforten

Barbara Seyock mit einem ihrer zwei ungarischen Hirtenhunde im Herzen ihres Prachtgarten. Fotos:Ingo Otto

Barbara Seyock mit einem ihrer zwei ungarischen Hirtenhunde im Herzen ihres Prachtgarten. Fotos:Ingo Otto

Bochum.  Auch Barbara Seyock aus Querenburg präsentiert am 9./10. Juni ihr kleines Paradies. Neun Naturliebhaber nehmen an der traditionellen Aktion teil.

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Der unbefangene Besucher flaniert das erste Mal durch den Garten von Barbara Seyock und schon nach wenigen Metern denkt er nur noch eins: Wow!

Die Naturliebhaberin nimmt am 9./10. Juni erstmals an der Aktion „Offene Gärten“ in Bochum teil, neben acht weiteren Gartenbesitzern. Jährlich kommen einige Tausend Besucher, wenn die Prachtgärten geöffnet werden.

800 Quadratmeter groß

Auf 800 Quadratmeter eröffnet sich bei Barbara Seyock an der Schattbachstraße 2 in Querenburg ein kleines Paradies. Der leicht terrassierte Garten schlängelt sich wie ein großes Hufeisen um einen Bungalow herum, der selbst Teil dieser Naturoase wird. Wer auf der Holzterrasse auf einem der fürstlich bequemen Polster verweilt und den Blick schweifen lässt über den Japangarten mit den Azaleen, den Bambus, den Hartriegel-Baum mit seinen betörenden Weißblüten, die Fächer- und Schlitzahorne, die sonnenliebenden Gräser und Stauden und den feinen Rasen – der wird unvermeidlich von der Schönheit des Augenblicks geküsst.

Er schaut dann etwa auf eine Rabatte mit Kosmeen, Pfingstrosen, Lavendel oder Nelken mit ihren Weiß-Tönen, was Barbara Seyock besonders mag. „Weiße Blüten leuchten in den Abendstunden! Es scheint, als seien sie mit Neonfarbe versehen. Das ergibt eine wunderbar mystische Atmosphäre.“

Vor sechs Jahren ist die Uni-Dozentin für Archäologie Ostasiens dort eingezogen; vorher konnte sie ihre Gartenliebe nur auf einer Dachterrasse ausleben, in Kübeln. Damals war das Grundstück mit leichter Hanglage eher ungenutzt, etwas verwildert. Das sollte sich schnell ändern – mit viel Fleiß, Schweiß, Ideen und Fingerspitzengefühl. „Eine Riesenherausforderung“ war das, sagt sie. Mitgebracht hat sie dafür auch sehr viel Geschmack: Sie beherrscht die Gabe, Pflanzenauswahl und Ordnung so zu mischen, dass das Element der Wildheit nicht verloren geht und trotzdem eine gepflegte, vollkommene Harmonie herrscht.

Auch Brennnessel darf stehen bleiben

So ist sie sich zum Beispiel nicht zu schade, auch die schlecht beleumundete Brennnessel im Beet zu begrüßen, für die Schmetterlinge. Selbstverständlich gehören auch viele anderen Insekten wie Bienen und Hornissen zu den Dauergästen in den Rabatten. Wenn Barbara Seyock frühstückt, kann sie sich durch eine große Fensterfront regelmäßig an den vielen Kohlmeisen erfreuen. Auch sie wissen den Garten sehr zu würdigen.

Barbara Seyock hat sich sogar einen eigenen Mini-Wald angelegt, durch den ein enger, lauschiger Pfad führt: mit japanischer Kirsche, Pfeifenstrauch („die blühen jetzt besonders schön“) oder Goldregen („der ist jetzt schon durch, war aber ganz großartig“).

„Entspannung pur“ bedeutet ihr dieses Naturwohnzimmer. Gleichzeitig hat sie fast immer eine Gartenschere griffbereit. Übertreiben mag sie ihre Leidenschaft aber nicht. „Ich arbeite nicht jeden Tag im Garten.“

>>> Diese Familien nehmen an der Aktion teil

An der Aktion „Offene Gärten“ (9./10. Juni, je 11 bis 18 Uhr), nehmen teil:

Familie Seyock, Schattbachstr. 2 (Zugang vom Paracelsusweg in Querenburg); Familie Müller, Siemensstr. 2 (Weitmar-Nord); Familie Kissinger, Schultesche Heide 42 (Bochum-Bergen)


Familie Pork, Hattinger Straße 625 (Linden); Familie Niedereichholz, Ostholzer Hang 38 (Linden); Familie Weber, Charlottenstraße 51 (Wiemelhausen) Familie Wallmeier, Jahnstraße 65 (Wattenscheid); Familie Eging, Neulingsiepen 48 (Weitmar); Familie Sattler, Nierenhofer Straße 109 (Hattingen).


Eintritt pro Besucher und Garten: 1,50 Euro. Das Geld wird an die „Aufsuchende medizinische Hilfe für Wohnungslose Bochum e.V.“ und den Tierschutzverein Hattingen, Bochum und Umgebung gespendet.

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