Wohnungsbau

Fassade des RWE-Verwaltungsgebäudes bleibt erhalten

Das RWE-Gebäude an der Wielandstraße (hier vor dem Krieg): Es wurde 1914 fertiggestellt und beheimatete das Elektrizitätswerk Westfalen. Die Fassade mit den Säulen soll erhalten bleiben.

Das RWE-Gebäude an der Wielandstraße (hier vor dem Krieg): Es wurde 1914 fertiggestellt und beheimatete das Elektrizitätswerk Westfalen. Die Fassade mit den Säulen soll erhalten bleiben.

Foto: Socrates Tassos

Mitte.   Hinter dem städtebaulich markanten Teil sollen Wohnungen entstehen. Architekt präsentiert aktuelle Pläne des Neubaugebiets an der Wielandstraße.

Der markante Teil des über 100 Jahre alten RWE-Verwaltungsgebäudes, das klassizistische und Jugendstilelemente trägt, bleibt als Fassade erhalten. Dahinter entstehen Wohnungen, die auch das Volumen des Altbaus aufgreifen und ihn damit in das künftige Wohnquartier an der Wielandstraße integrieren. Das gab Architekt Christoph Mäckler im Planungsausschuss bekannt.

Vor drei Jahren gab RWE den Standort auf. Seit dem Frühjahr 2015 steht fest, dass dort hochwertiger Wohnungsbau entstehen soll. Die RWE-Service GmbH verkaufte die zwei Hektar große Fläche dann an die Eckehard Adams Wohnungsbau GmbH aus Essen.

Offen blieb lange Zeit, was aus dem Verwaltungsgebäude wird. Anwohner hatten sich früh für einen Erhalt stark gemacht, doch schon für RWE galt, der müsste wirtschaftlich vertretbar sein. Zwar ist das Gebäude kein Denkmal, doch gilt hier eine Denkmalbereichsatzung. Die Stadt stufte es stets als erhaltenswert ein. Deshalb auch waren die beteiligten Büros im Wettbewerb angehalten, jeweils ein Wohnquartier unter Einbeziehung des Altgebäudes zu planen und eine Variante nach Abriss. Die Wahl fiel auf den Zweitplatzierten im Wettbewerb, das Büro Mäckler aus Frankfurt. In seinem ursprünglichen Entwurf sollten Apartmentwohnungen im Altbau entstehen.

Bebauungsplan wurde mehrfach geändert

Mäckler sagt heute: „Ich war zwar erst optimistisch, doch Wohnungsbau funktioniert hier nicht.“ Auf den Erhalt der Fassade haben sich Planungsamtschef Eckhart Kröck, Architekt und Bauherr gemeinsam mit der Landesdenkmalpflege in Münster geeinigt. Wie viele Wohnungen nun hinter der Klinkerbaufassade entstehen können, muss die Feinplanung ergeben.

Mehrfach wurde der Bebauungsplan geändert. Kritik gab es aus der Politik besonders an den Reihen-Einfamilienhäusern. Bauherr Eckehard Adams: „Was wir hier bauen, sind keine Reihen-, sondern Stadthäuser. Die Nachfrage von Familien ist groß.“

Jetzt werden es nur noch rund 140 Wohnungen

Waren ursprünglich noch bis zu 250 Wohnungen geplant, sind es jetzt etwa 140, sowohl in Eigentum als auch zur Miete. Städtebaulich greift der architektonische Entwurf die offene Blockstruktur und Eckgebäude auf, die das Stadtparkviertel prägen. „Wir füllen klassischen Städtebau mit moderner Architektur“, so Mäckler.

Baudezernent Markus Bradtke: „Beim Altbau haben wir einen Weg gefunden zwischen Denkmalpflege und Nutzung.“ Die Satzung soll im Dezember zum Beschluss vorgelegt werden. Detlef Bloch, Geschäftsführer der Adams GmbH, rechnet dann ab Beginn 2018 mit dem Abriss. „Die ersten Bewohner könnten dann 2020 einziehen.“

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