Schwimmbrücke

Fahrversuch gescheitert – Pontonbrücke ab Freitag gesperrt

Eine Aufnahme der Überwachungskamera: Der weiße Lieferwagen rangiert, im Hintergrund reihen sich die Geisterfahrer aneinander.

Eine Aufnahme der Überwachungskamera: Der weiße Lieferwagen rangiert, im Hintergrund reihen sich die Geisterfahrer aneinander.

Foto: Stadt Bochum

Bochum/Essen/Hattingen.   Da sich offenbar viele nicht an Verkehrsregeln halten, wird die Pontonbrücke gesperrt. Stadtbaurat Bradtke spricht von „Asozialität“.

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Der Fahrversuch an der Pontonbrücke ist gescheitert. Bereits ab Freitagmorgen (16.2.) um 7 Uhr muss die Brücke für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt werden. Nur Fußgänger und Radfahrer dürfen die Pontonbrücke dann passieren.

Die Stadt hat am Donnerstag den Fahrversuch für gescheitert erklärt. Aus folgenden Gründen: Etliche Verkehrsteilnehmer haben die Ampeln ignoriert, fuhren bei Rotlicht in den gefährlichen Bereich vor der Brücke am Bahnübergang. Wieder andere missachteten die Einbahnstraßenregelung. Bilder der dort während des Versuchs installierten Videoüberwachungsanlage dokumentieren höchst gefährliche Verkehrssituationen.

Einige Autofahrer fuhren über Rot

Im Schnitt haben täglich 27 Autofahrer – insbesondere aus Linden kommend – das Rotlicht überfahren. Wie die Straßenverkehrsbehörde mitteilt, sind das 100 Mal soviel wie die durchschnittliche Zahl solcher Verkehrsverstöße im übrigen Stadtgebiet. Aus der Gegenrichtung (Dahlhausen) war offenbar die Bedeutung des Einbahnstraßenschildes nicht bekannt. Elf Kraftfahrzeuge am Tag fuhren von dort regelwidrig in die Lewackerstraße ein.

Seit Oktober hatte die Stadt ein auch unter Mitwirkung zahlreicher Bürger erarbeitetes Konzept getestet, das doch noch eine Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Brücke ermöglichen sollte. Schon bei einer Zwischenbilanz hatte sich die hohe Zahl von Verkehrsverstößen abgezeichnet.

Stadt Bochum kostete die Maßnahme 150 000 Euro

„Wir hatten leider keine Alternative. Hier haben einige wenige etwas für viele kaputt gemacht“, so der sichtlich frustrierte Stadtbaurat Markus Bradtke. Er könne – und das gelte auch für seine Mitarbeiter – diese Situation nicht verantworten. „Das ist für mich eine Form von Asozialität“, so Bradtke weiter.

Am Donnerstagvormittag wurden die Vertreter des Ennepe-Ruhr-Kreises, der Stadt Essen und der Stadt Hattingen informiert. Diese hätten Verständnis für die Entscheidung aus Bochum gezeigt. Die Stadt Bochum kostete die Maßnahme rund 150 000 Euro und mehr als 750 Arbeitstunden.

Ab Freitag, 16. Februar, bleibt die Brücke komplett gesperrt. Ab Mittwoch, 21. Februar, wird sie geöffnet. Passiert werden darf sie jedoch nur von Fahrrädern und Fußgängern. Die baulichen Einschränkungen, die Ampeln und auch die Einbahnstraßenregelung wird aufgehoben.

Täglich fuhren 1600 bis 2100 Autos über die Pontonbrücke – im Schnitt waren es 1800.

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