Arbeitsmarkt

Ex-Opelaner fühlt sich von Arbeitsagentur ausgebremst

Zur Luftsicherheitsfachkraft möchte sich Thomas Schroller ausbilden lassen. Den Bildungsgutschein zur Finanzierung der Fortbildung verweigert die Arbeitsagentur dem 56-fährigen ehemaligen Opelaner aber.

Foto: Ingo Otto

Zur Luftsicherheitsfachkraft möchte sich Thomas Schroller ausbilden lassen. Den Bildungsgutschein zur Finanzierung der Fortbildung verweigert die Arbeitsagentur dem 56-fährigen ehemaligen Opelaner aber. Foto: Ingo Otto

Bochum.  Der Bochumer Ex-Opelaner Thomas Schroller hat eine Stellenzusage in der Luftsicherheitskontrolle. Aber bei den Fortbildungen gibt es einen Haken.

35 Jahre lang hat Thomas Schroller bei Opel am Band gearbeitet – bis zur Werksschließung Ende 2014. Fast zweieinhalb Jahre später hat der Bochumer eine Weiterbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik absolviert, hat während seiner Zeit in der Transfergesellschaft weit mehr als 100 Stellenbewerbungen verschickt, ist aber immer noch da, wo er Anfang 2015 stand: ohne Arbeit.

„Deshalb war ich auch so happy, als ich eine Stellenzusage auf dem Düsseldorfer Flughafen bekommen habe“, sagt der 56-jährige gelernte Dekorateur. Er wollte sich bei der Akademie für Sicherheit und Wirtschaft (ASW) in Ratingen zur Luftsicherheits-Kontrollkraft qualifizieren lassen und hätte danach die neue Stelle antreten können. Bei der Arbeitsagentur hat er die Übernahme der Kosten für den fünfmonatigen Kurs in Höhe von 6400 Euro beantragt. Doch die verweigert Schroller den dazu nötigen Bildungsgutschein.

„Für ihre angestrebte spätere berufliche Tätigkeit wird eine bedeutende Arbeitskräftenachfrage nach erfolgreichem Abschluss der angestrebten Weiterbildung nicht prognostiziert“, heißt es in der Absage der Agentur. Im Umkreis von 50 km um Bochum gebe es derzeit nur fünf Stellenangebote für einen Job in der Luftsicherheit, aber 84 Bewerber.

Beschäftigungszusage erhalten

„Komisch“, sagt der Bochumer. „Ich habe im Internet auf Anhieb mehr Stellenangebote gefunden. Und ich habe eine Beschäftigungszusage der Firma Klüh Security, für den Fall, dass ich die Ausbildung erfolgreich absolviere.“

„Das mag sein“, heißt es bei der Agentur. Aber Thomas Schroller sei bereits die Weiterbildung zur Logistik-Fachkraft finanziert worden. „In diesem Bereich gibt es rund um Bochum gute Anstellungschancen“, so Agentur-Sprecherin Anja Greiter. Und eine Einstellungsbescheinigung bedeute nicht, dass es sich um eine unbefristete Stelle handelt. „Unsere Erfahrung zeigt, dass Arbeitnehmer in dieser Branche wieder schnell arbeitslos werden.“

Mehr als 100 Bewerbungen

Tatsächlich hat Klüh das Arbeitsverhältnis – „branchenüblich“, wie es heißt – zunächst auf ein Jahr befristet und eine Weiterbeschäftigung in Aussicht gestellt. „Aber das ist immerhin eine Chance“, sagt Thomas Schroller. „Ich will arbeiten und nicht demnächst mit meiner Familie von Hartz IV leben müssen.“ Und die Arbeit in der Luftsicherheit werden gut bezahlt.

Obwohl er mehr als 100 Bewerbungen für Stellen in der Logistik und in der Produktion geschrieben habe, die letzte für einen Job als Scherenkontrolleur in Solingen, sei er bislang nur zu zwei Bewerbungsgesprächen geladen worden. Weiter hätten ihn seine Bemühungen bislang nicht gebracht.

Im Moment absolviere er bei einem örtlichen Weiterbildungsträger wieder eine Maßnahme. „Wir schreiben den ganzen Tag Bewerbungen“, so Thomas Schroller. Damit kennt er sich mittlerweile ziemlich gut aus.

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